Warnemünde : Keine Pferde beim Niegen Ümgang

Der dänische König und sein Gefolge reiten traditionell beim Festumzug mit. In diesem Jahr werden sie auf die Tiere verzichten müssen.
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Der dänische König und sein Gefolge reiten traditionell beim Festumzug mit. In diesem Jahr werden sie auf die Tiere verzichten müssen.

Initiative verhindert Einsatz von Tieren bei traditionellem Umzug, denn die Warnemünder können deren Argumente nicht völlig entkräften

svz.de von
10. Juni 2016, 08:00 Uhr

Müssen die Warnemünder beim Niegen Ümgang in diesem Jahr auf die Pferdegarde verzichten? Diese Frage steht derzeit im Raum. Denn die Pferdeschutz-Initiative 2015 aus Hennef fordert ein Verbot der Tiere beim Festumzug durch das Seebad.

Laut der Initiative sei so eine Veranstaltung für Pferde purer Stress, sodass bei den Tieren vermehrt Koliken auftreten könnten, die zu Herzkreislaufversagen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Zudem sei die Gefahr, dass sich Mensch und Tier bei dem Umzug verletzen, hoch. Die Initiative hält den Einsatz von Pferden für unverantwortlich.

Da Karsten Ziegler von den Pferdefreunden Ostseeküste die Argumente der Initiative nicht völlig entkräften kann, hat er angekündigt, mit seinen Pferden von der Veranstaltung Abstand zu nehmen. „Ich kann die Bedenken ein Stück weit nachvollziehen“, sagt er. Obwohl beim Ümgang noch nie etwas passiert sei, gebe es immer ein gewisses Risiko. Die Argumente könne er nicht einfach wegschieben. „Das ganze Reiterlebnis wurde vom Warnemünde Verein aber immer gut abgesichert“, bestätigt der Pferdefreund.

Zudem seien die Pferde des Elmenhorster Vereins an Veranstaltungen gewöhnt. Zum Beispiel sind die Tiere regelmäßig beim Warnemünder Wintervergnügen dabei. Dort gibt es allerdings einen abgesperrten Parcours. „Einige Pferde sind schon seit zehn Jahren dabei und nehmen solche Veranstaltungen gelassen hin“, so Ziegler. Passieren könne allerdings immer etwas. „Vielleicht haben wir auch einfach nur Glück gehabt“, urteilt er. Ziegler findet es schade, dass der Niege Ümgang somit um eine Attraktion ärmer ist. So sei der dänische König zu Pferd mit seinem historischen Gewand immer ein Hingucker gewesen: „Aber wir müssen es hinnehmen und gehen lieber auf Nummer sicher.“

Auch beim Warnemünde Verein steht die Sicherheit an oberster Stelle. „Wir tragen die Entscheidung“, begründet Ingeborg Regenthal vom organisierenden Verein. Deshalb seien auch, abgesehen von der Feuerwehr, keine größeren Transportwagen beim Ümgang zugelassen.

Ursprünglich hatte der Verein geplant, die Pferde vornewegreiten zu lassen. So hätten die Reiter im Ernstfall reagieren und sich mit ihren Pferden entfernen können. Auch auf Abstand zur Blaskapelle wäre geachtet worden. „Damit sie nicht am ganzen Tross vorbei müssen, wären sie über den Strand geritten“, so Regenthal. Der Verein sowie die Pferdebesitzer seien immer auf das Wohl der Tiere bedacht.

Bereits im vergangenen Jahr musste der Niege Ümgang ohne Pferde auskommen, weil die Hitze den Tieren zu schaffen gemacht hätte. „Nun müssen wir sehen, wo wir den dänischen König unterbringen können“, so Regenthal. Dafür habe sich im vergangenen Jahr schließlich auch eine Lösung gefunden.

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