Rövershagen : Kein neues Amt – aber ein Kaufhaus

Mit 27 Kaufhäusern ist der Familienbetrieb Stolz bereits in Schleswig-Holstein und MV präsent. Nun soll noch eine Filiale in Rövershagen dazukommen.
Mit 27 Kaufhäusern ist der Familienbetrieb Stolz bereits in Schleswig-Holstein und MV präsent. Nun soll noch eine Filiale in Rövershagen dazukommen.

In der Ortsmitte soll ein Warenhaus des Familienunternehmens Stolz entstehen. Verwaltungssitz wird in Gelbensande saniert

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19. Februar 2014, 05:00 Uhr

In der Ortsmitte von Rövershagen entsteht nun doch kein Neubau für das Amt Rostocker Heide – stattdessen ein Kaufhaus des Familienunternehmens Stolz. „Für unsere Gemeinde ist das eine weitere Bereicherung“, freut sich Bürgermeisterin Dr. Verena Schöne (parteilos). Die Gemeindevertretung hat am Montag den Bebauungsplan entsprechend geändert und so den Weg frei gemacht für das Warenhaus. Filialen der Kette gibt es unter anderem bereits in Ribnitz, Born, Barth und Stralsund.

„Geplant ist, das bestehende Einkaufszentrum mit Getränke- und Penny-Markt durch einen Verbindungsgang zu dem Grundstück mit der leerstehenden Halle als Ensemble zu schließen“, sagt die Bürgermeisterin. In der Halle war der Discounter übergangsweise untergebracht, als 2008 ein Brand das Hauptgebäude zerstört hatte. Seit der Wiedereröffnung des Marktes im eigentlichen Haus steht die Halle leer. Ob sie für das Kaufhaus genutzt oder abgerissen wird, sei Entscheidung des Eigentümers der Fläche, Martin Stolz. Der habe das Grundstück von seinem Cousin, Karls-Chef Robert Dahl, erworben. Im Gespräch sei auch der Neubau beziehungsweise Umzug der Rövershäger Ospa-Filiale in das Kaufhaus.

Mit der Änderung des Bebauungsplanes „Swager sin Grund“ hat die Gemeinde auch weitere Vorhaben auf diesem Areal geregelt: „Unter anderem, dass die Wiese zwischen Penny und der B 105 nicht mehr als geschützte Grünfläche gilt und wir sie regelmäßiger mähen können“, sagt Verena Schöne. Außerdem habe sich die Gemeinde mit dem Neubau-Vorhaben auch den Radweg-Lückenschluss zwischen der Straße Rosengrund und dem Rad- und Gehweg an der B 105 gewünscht und im Beschluss verankert. Ganz vom Tisch sind mittlerweile die Pläne für den Neubau des Amtsgebäudes Rostocker Heide in Rövershagen. „Der Amtsausschuss hat dafür gestimmt, das bestehende Gebäude-Ensemble in Gelbensande aus- und umzubauen“, sagt Verena Schöne. Sie kritisiert die Entscheidung: „Das ist ein bisschen kurzfristig gedacht.“ Der Um- und Ausbau des bestehenden Amtssitzes sei mit Kosten zwischen 1,7 und 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Ein Neubau würde mit rund 2,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Sicher wäre es für einige Orte schwierig, die durch einen Neubau erhöhte Amtsumlage zu zahlen“, sagt die Bürgermeisterin. „Eine Sanierung ist aber nur auf den ersten Blick günstiger und birgt immer Überraschungen“, so Verena Schöne.

In der Diskussion um einen Neubau hatte der Amtsausschuss sich eigentlich schon einmal für Rövershagen und gegen Bentwisch entschieden. „Aber dann wurde beschlossen, die Diskussion noch einmal mit einem Vergleich der Neu- und Umbau-Variante in die Gemeindevertretungen zu geben“, sagt die Rövershäger Gemeinde-Chefin. Nur sie hatte bei der abschließenden Abstimmung in der jüngsten Amtsausschusssitzung noch für den Neubau in ihrer Gemeinde votiert.

Eines sei nach der nun gefallenen Entscheidung für sie aber klar: „Es wird keine Planungen für die Sanierung geben, solange wir nicht eine Positionierung des Innenministeriums zu den Fusions-Plänen von Bentwisch mit Klein Kussewitz haben und wissen, ob die Gemeinde auch künftig weiter zu uns gehört oder nicht.“


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