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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 16:48 Uhr

Rostock : Kapitänserbe übergibt Tradi Nachlass

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Urenkel des Rostockers Robert Schröder vermacht Museum historische Dokumente. Leiterin plant Ausstellung.

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Das Patent zum „Schiffer auf großer Fahrt“, Fotos und Tagebücher des Rostocker Kapitäns Robert Schröder hat sein Urenkel Dieter Hauptmann jetzt dem Schifffahrtsmuseum auf dem Tradi vermacht. Die persönlichen Dokumente geben Aufschluss über das Leben und Arbeiten an Bord verschiedener Segelschiffe sowie persönliche Eindrücke des Kapitäns und dessen Frau Helmine. Das Erbe ist laut Museumsleiterin Kathrin Möller in der umfangreichen Form bisher einzigartig in der Sammlung des Tradis und soll Teil einer Ausstellung werden.

Die historischen Dokumente des Urgroßvaters dem Museum zu überlassen, ist für Dieter Hauptmann nur sinnvoll: „Man hat sie Jahrzehnte lang im Keller liegen und schiebt sie hin und her – da können sie lieber ins Museum in eine schöne Ausstellung“, sagt der Rentner. Er selbst sei für einige Zeit als Maschinen-Assistent zu See gefahren, eine Laufbahn als Kapitän sei aber nicht infrage gekommen. Stattdessen habe er nach dem Schiffbaustudium lieber an Land gearbeitet. Doch liege das Segeln in der Familie – „ich bin direkt am Wasser am Fischerbruch groß geworden und segelte, seit ich fünf war“, so der 72-Jährige. Über Segel-Freunde sei auch der Kontakt zu Möller entstanden.

Die Museumsleiterin hat anhand der Sammlung eine erstaunlich detaillierte Biografie von Friedrich Ludwig Robert Schröder erstellen können: „Er wurde am 29. Dezember 1843 in Rostock geboren und in St. Marien konfirmiert. Mit 14 Jahren ist er erstmals zur See gefahren, hat sich vom Matrosen, über Steuermann bis zum 28-jährigen Kapitän auf der ,Theodore Engels‘ hochgearbeitet“. Insgesamt sei er 30 Jahre lang rund um den Globus zur See gefahren, habe Ende der 1880er-Jahre eine Kalkbrennerei am Fischerbruch erworben und sich mit Frau und sechs Kindern niedergelassen. „Die ausführlichen Aufzeichnungen von Kapitän Schröder und Helmine, die ihn mehrfach auf Reisen begleitet hat, sind ein erstaunliches Zeugnis für das Wissen dieser Zeit und das, was an der Rostocker Seefahrtschule gelehrt wurde, an der er 1865 seine Steuermannprüfung gemacht hat“, sagt Möller. Interessant sei auch, wie „Frau Kapitän“ das Seefahrerleben aus ihrer Sicht beschreibt – teils mit dem zweijährigen Sohn Robert junior an Bord. Kapitän Schröder hat zu Lebensende in der Friedrichstraße 4 sowie am Vogelsang 2 gewohnt und ist 1922 gestorben. Er hat neben Hauptmann neun weitere Urenkel. Wann die Schau zu den Kapitänsbildern auf dem Tradi zu sehen sein wird, steht noch nicht fest.

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