Warnemünde : Kapitäne reisten um die ganze Welt

Museumsleiterin Kathrin Möller zeigt die Karte mit den Häusern der Kapitäne in Warnemünde.
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Museumsleiterin Kathrin Möller zeigt die Karte mit den Häusern der Kapitäne in Warnemünde.

Neue Sonderausstellung „Über sieben Meere“ im Heimatmuseum beleuchtet abenteuerliche Karrieren

svz.de von
03. Juli 2015, 15:00 Uhr

Die große weite Welt und Warnemünde. Wie viel beide miteinander zu tun haben, wird in der gestern eröffneten Sonderausstellung „Über sieben Meere – Warnemünder Kapitäne im 19. Jahrhundert“ deutlich. Die Schau des Heimatmuseums widerlegt das Vorurteil, dass es im Seebad nur Fischer gegeben habe. Allein in den Adressbüchern zwischen 1860 und 1911 haben Liane Buchmann und Renate Gerhard bei ihren Recherchen 140 verzeichnete Kapitäne gefunden.

Die beiden haben mit Museumsleiterin Kathrin Möller die spannende Ausstellung vorbereitet. Bei der Visualisierung halfen ihnen die Grafikagenten Anke van der Wall und Marko Pahl, den Aufbau unterstützte das Projekt RK aus Stäbelow. Den Titel versteht die Museumsleiterin auch als Anspielung auf die Rostocker Sieben.

Ihren Weg zum Kapitän starteten die Warnemünder in der Regel bereits mit 14 Jahren. Die Jungs fuhren dann zwei Jahre als Moses auf den Schiffen, stiegen anschließend zum Jungmaat und Steuermann auf und manche schafften nach einer entsprechenden Ausbildung mit 25 Jahren den Sprung zum Kapitän. Ursprünglich durften Kapitäne nur aus Rostock stammen oder mussten dort leben. „Aber auch schon damals gab es einen Fachkräftemangel, deshalb gab es 1866 einen Erlass, dass die Kapitäne auch weiter in Warnemünde leben dürfen“, sagt Möller.

Zu denen, die um die Welt gefahren sind, gehörten Paul und Ludwig Albrand. Sie reisten nach Nord- und Südamerika, während es Alfred Gronitzka nach Persien, Stephan Jantzen nach Fernost und Heinrich Ohlerich nach Afrika zog. Letzterer brachte von seiner Reise einen afrikanischen Jungen mit, den er Anton Steinmetz nannte.

In der Ausstellung gibt es auch eine Weltkarte, die zeigt, wo die einzelnen Kapitäne hingereist sind. Eine weitere Karte zeigt die Warnemünder Kapitänshäuser. In diesem Zusammenhang kann sich die Museumsleiterin vorstellen, ab August auch Führungen durch die Ausstellung anzubieten. Damit alles spannender wird, gibt es Hörmuscheln auf Fässern, für die Horst D. Schulz und Kathrin Möller passende Texte eingesprochen haben.

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