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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 05:48 Uhr

Kulturschiff : Kann die „Stubnitz“ zurück?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Crew will Schiff nach Rostock bringen und beantragt 250 000 Euro Förderung. Entscheidung steht aus.

In Hamburg hat sie ein breites Publikum, wird weitgehend akzeptiert und dürfte laut Genehmigung bis Ende 2016 bleiben. Aber die „Stubnitz“ soll zurück nach Rostock, sagt Geschäftsführer Urs Blaser. Der erste Schritt dafür ist getan. Der Betreiberverein hat Kulturfördermittel in Höhe von 250 000 Euro bei der Hansestadt beantragt. „Jetzt hängt es davon ab, wie sich die Stadt positioniert“, so Blaser.

Kommt im nächsten Monat eine positive Entscheidung, könnte das Motorschiff im Sommer oder Herbst schon wieder im Stadthafen anlegen. Und es würde bleiben, nicht ständig ablegen und wenn, dann nur um „Brücken zu anderen Städten zu schlagen“, so Blaser. Auch das Programm würde sich mittelfristig ändern.

„Wir haben für Rostock nie so richtig das Profil erarbeiten können, das wir wollen“, sagt Blaser. Club-Abende seien primär eigentlich nur dafür da, Einnahmen zu generieren. Große statt kleine Konzerten seien ein Ziel, das Schiff auch als Versammlungsraum oder Tagungsstätte zu nutzen. Und dann will die Crew auch das Schiff selbst den Menschen näherbringen. „Ein Monument wie die ,Stubnitz’ zu erhalten, macht keinen Sinn, wenn ihre Geschichte nicht aufgezeigt wird“, so Blaser. Das intakte Schiff gehörte zur DDR-Hochsee-Fischfangflotte.

Der Betreiberverein Motorschiff „Stubnitz“ und der Eignerverein Rostocker Kulturschiff haben mehr als 40 Mitglieder. Ein Teil gehört wie Blaser selbst der Crew an. „Viele sind aus Rostock“, sagt er – und hier in der Heimat des Schiffes solle seine Geschichte erzählt werden.

Eine Meinung, die zum Beispiel der Freundeskreis Maritimes Erbe teilt und zusammen mit dem Betreiberverein und Mitgliedern der Kulturszene in einem Vorbereitungskreis organisiert ist, um die „Stubnitz“ wieder herzubekommen. Darüber könne gerade von jüngeren Rostockern zur maritimen Geschichte eine Brücke geschlagen werden, sagt Freundeskreis-Sprecher Steffen Wiechmann. Aus der Stadt sind keine schlechten Vorzeichen zu erkennen: „Die ,Stubnitz’ hat mit ihrem attraktiven Programm die Kulturszene unserer Hansestadt bereichert. Sie sollte auch künftig als wichtige Kulturfacette den Stadthafen beleben“, sagt Michaela Selling, Leiterin des Amtes für Kultur- und Denkmalpflege. Insgesamt seien 1,7 Millionen Euro für die freie Kultur und dazu ein Mehrbedarf von rund 470 000 Euro beantragt. Die Entscheidung liegt letztlich bei der Bürgerschaft. Die „Stubnitz“ hatte die Hansestadt verlassen müssen, wie Blaser sagt, weil damals die Förderung trotz gestiegener Kosten eingefroren worden war – bei unter 100 000 Euro.

 




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