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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 00:20 Uhr

Traditionssegler in Sorge : Kampf ums maritime Erbe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Interessenvertreter der Traditionsschifffahrer berichten auf der Hanse Sail von den Sorgen der Segler.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Uhr für die Traditionsschiffer tickt. Ab Januar 2018 treten die neuen Sicherheitsrichtlinien des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für die Schiffe in Kraft – das könnte das Aus für viele von ihnen bedeuten.

Als Plattform, um die Politik einmal mehr zum Dialog aufzurufen, haben die Vorsitzenden der Gemeinsamen Kommission für Historische Wasserfahrzeuge (GSHW) die Sail gewählt. „Es ist fünf vor zwölf“ – so lautet der Titel des Dialogs.

Diskutieren über die geplanten Sicherheitslinien der Bundesregierung: (v. l.) Nikolaus Kern, Klaus-Dieter Block und Jan-Matthias Westermann.
Diskutieren über die geplanten Sicherheitslinien der Bundesregierung: (v. l.) Nikolaus Kern, Klaus-Dieter Block und Jan-Matthias Westermann. Foto: Tore Degenkolbe
 

Der aktuelle Stand sieht vor, dass die Sicherheitsvorschriften definitiv umgesetzt werden, erklärt Nikolaus Kern, stellvertretender Vorsitzender der GSHW. Eine Hoffnung auf Änderung ist ihm zufolge trotz angekündigter Gespräche wenig vielversprechend. Zwar stellt das BMVI am 20. und 21. September einen konstruktiven Dialog in Aussicht, Kern aber setzt wenig Hoffnung in dessen Ausgang. „Die politische Vorgabe ist: Es wird keine Änderungen an dem Sicherheitskonzept geben“, so der Segler. „Gespräche ja, Veränderungen nein.“

Alle Höhepunkte der Hanse Sail auf einen Blick

Freitag, 11. August:

ab 9 Uhr Tagesfahrten der teilnehmenden Schiffe;

9 bis 18 Uhr Open-Ship auf der „Mir“ am Passagierkai in Warnemünde (ab 18 Jahre);

10 bis 18 Uhr offener Stützpunkt der Deutschen Marine in Hohe Düne;

10 bis 18 Uhr Open-Ship auf der „Nordlys“ im Stadthafen (Liegeplatz 76);

10 bis 21 Uhr Open-Ship auf der „Sedov“ am Passagierkai in Warnemünde (ab 16 Jahre);

10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr Open-Ship auf der „Vormann Jantzen“ am Alten Strom in Warnemünde;

10 bis 17 Uhr Open-Ship der „Eschwege“ am Passagierkai in Warnemünde;

ab 11 Uhr Seenotrettungsübung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Warnemünder Seekanal;

12 bis 20 Uhr Hanse Sail Trophy im Segelstadion im Stadthafen;

13 bis 15 Uhr 8. Mini-Sail im IGA-Park Schmarl;

18 Uhr und 20 Uhr Wasserski-Show im Segelstadion;

19 bis 23 Uhr Abendfahrten auf Traditionsseglern und Museumsschiffen

 

Sonnabend, 12. August:

ab 9 Uhr Tagesfahrten der teilnehmenden Schiffe,

ab 9 Uhr Eröffnung des 18. Kanonier- und Böllertreffens in Gehlsdorf;

10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr Open-Ship auf der „Vormann Jantzen“ am Alten Strom in Warnemünde;

10 bis 18 Uhr offener Stützpunkt der Deutschen Marine in Hohe Düne;

13 bis 15 Uhr 8. Mini-Sail im IGA-Park Schmarl;

ab 14 Uhr Seenotrettungsübung auf dem Marinestützpunkt Hohe Düne;

14 bis 18 Uhr SUP Teamsport Cup im Segelstadion im Stadthafen;

15 bis 18 Uhr Gäste- und Besucherböllern in Gehlsdorf;

18 bis 24 Uhr NDR2-Show mit den Stargästen Julien Le Play und Aura;

19 bis 23 Uhr Abendfahrten auf Traditionsseglern und Museumsschiffen;

ab 20 Uhr Schlauchboot-Ballett des Schlauchbootclubs im Segelstadtion;

22 Uhr Sailors Feuerwerk in Warnemünde,

2.40 Uhr Sailors Feuerwerk im Stadthafen

 

Sonntag, 13. August:

ab 9 Uhr Tagesfahrten der teilnehmenden Schiff;

9 bis 16 Uhr Open-Ship auf der „Sedov“ am Passagierkai Warnemünde (ab 16 Jahre);

 9 bis 22 Uhr Open-Ship auf der „Mir“ am Passagierkai in Warnemünde (ab 18 Jahre);

10 Uhr Seefahrergottesdienst in der Kirche Warnemünde;

10 bis 13 Uhr Open-Ship auf der „Vormann Jantzen“ am Alten Strom in Warnemünde;

ab 11 Uhr Hanse Sail Regatta „Greif“ vs. „Royal Helena“;

11 Uhr Ökumenischer Gottesdienst bei der NDR Bühne;

ab 12 Uhr Kutterruder-Regatta und MV-Meisterschaft der Segelvereine im Segelstadion;

15 bis 18 Uhr Gäste- und Besucherböllern in Gehlsdorf;

ab 18 Uhr Parade der Nationen

 

 

Vorsitzender Jan-Matthias Westermann sieht den Gesprächen anders als sein Mitstreiter optimistisch entgegen. „Was uns durch die zahlreichen Proteste gelungen ist, ist politisch und gesellschaftlich die Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken“, sagt Westermann. Die in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung ist laut Westermann zwar eine gute Idee, aber nicht ausreichend. „Was bringt es, wenn die Schiffe super aussehen, aber niemand sie fährt?“, fragt Westermann.

Die Sicherheitsvorschriften sehen vor, dass Ehrenamtler maritim geschult werden. Damit würden laut Kern 40 bis 50 Prozent der Segler wegbrechen. „Es geht um das maritime Erbe“, sagt Westermann. Darin sind sich die Vorsitzenden einig. Veranstaltungen wie die Sail sind nur durch die Ehrenamtler möglich, die geschützt werden müssten, erklärt der Vorsitzende.

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