Film-Drehort MV : Kamera ab: Filmdrehs im Land beliebt

Nina Hoss in dem Film „Barbara“. dpa
Nina Hoss in dem Film „Barbara“. dpa

MV als Film-Drehort beliebt wie nie zuvor: 23 Produktionen in zwei Jahren hat die Filmland gGmbH zu verzeichnen. Unteranderen drehte in Graal Müritz Christian Petzold seinen preisgekrönten Streifen "Barbara".

svz.de von
23. Juli 2012, 10:23 Uhr

Schwerin | MV ist als Film-Drehort beliebt wie nie zuvor: 23 Produktionen in den Jahren 2011 und 2012 stehen auf der Liste von Antje Naß, die das Locationbüro der Filmland gGmbH leitet. Und die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bekannte Namen finden sich darauf: Regisseur Christian Petzold drehte voriges Jahr in Graal Müritz seinen preisgekrönten Streifen "Barbara". Anna Maria Mühe und Götz George standen in Wismar und Heiligendamm für den ZDF-Film "Deckname Luna" vor der Kamera. Detlev Buck drehte im Juni Szenen für "Die Vermessung der Welt" am Schaalsee. Für die Til-Schweiger-Produktion "Großstadtklein" mit Kostja Ullmann wird in Ueckermünde gefilmt.

Ob sich das Filmwesen im Nordosten weiterhin so positiv entwickelt, ist ungewiss. Gerade haben drei Produktionen Geld aus der wirtschaftlichen Filmförderung des Landes bewilligt bekommen. Es war die letzte Vergabe - die wirtschaftliche Filmförderung ist nach vier Jahren eingestellt worden. "Wir hoffen, dass sie nur pausiert", sagt Filmland-Geschäftsführer Torsten Jahn. Alle Bundesländer, außer Rheinland-Pfalz und jetzt wieder MV, gewährten eine wirtschaftliche Filmförderung.

Filmproduktionen werden dabei finanziell unterstützt, auch wenn sie einen kommerziellen Ansatz haben. Die Filmproduktionen werden verpflichtet, das Geld im jeweiligen Bundesland auszugeben, denn die heimische Wirtschaft soll profitieren: von Übernachtungen der Filmcrew, von der Verpflegung der Filmleute am Set oder vom Kulissenbau. "Das hat auch in MV sehr gut funktioniert", sagt Jahn.

Produktionsfirmen schauen auf jeden Euro, sagt der Geschäftsführer der Zum Goldenen Lamm Filmproduktion GmbH & Co KG in Ludwigsburg (Baden-Württemberg), Stefan Sporbert. Seine Firma will Ende August an der Ostsee den Spielfilm "Der Kanal" drehen. Darin geht es um die krebskranke Renate, die sich gegen die Behandlung entscheidet, um den Traum ihrer Jugend zu verwirklichen: einmal durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Dafür bekommt die Produktionsfirma knapp 100 000 Euro vom Land, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Schwerin sagt. Toll findet Sporbert, dass die wirtschaftliche Filmförderung im Nordosten ein Zuschuss ist. "In anderen Bundesländern sind es Darlehen, die bei einem wirtschaftlichen Erfolg des Films zurückgezahlt werden müssen."

Die rot-schwarze Landesregierung strich in ihrem Koalitionsvertrag die wirtschaftliche Filmförderung. Bis dahin standen vier Jahre lang jährlich 400 000 Euro bereit. Die Linke im Landtag sieht dieses Geld gut angelegt. "Anstatt den Titel zu streichen, hätte er verstärkt werden müssen", fordert Fraktionschef Helmut Holter. "Mit der wirtschaftlichen Filmförderung kann das Land als Dreh- und Produktionsstandort ausgebaut werden." Das sieht auch Sporbert so: "Nordrhein-Westfalen nimmt massiv Geld in die Hand, und Filmindustrie siedelt sich an."

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