Arbeiten an Denkmal in Rostock : Kalte Dusche für den Hengst

Frühjahrskur für Kunstwerk: Mit einem Hochdruckreiniger entfernt Restaurator Reinhard Bloch Graffiti-Spuren von Jo Jastrams Plastik der „Schreiende Hengst“. Zuvor hat er eine stark alkalische Lösung aufgetragen und einwirken lassen.
Frühjahrskur für Kunstwerk: Mit einem Hochdruckreiniger entfernt Restaurator Reinhard Bloch Graffiti-Spuren von Jo Jastrams Plastik der „Schreiende Hengst“. Zuvor hat er eine stark alkalische Lösung aufgetragen und einwirken lassen.

Restaurator Reinhard Bloch befreit Jo Jastrams Denkmal vor dem Kröpeliner Tor von Graffiti-Spuren

svz.de von
09. März 2016, 08:00 Uhr

Der „Schreiende Hengst“ ist gestern Mittag frisch geputzt worden. Reinhard Bloch, der Restaurator, der sich auch der Graffiti-Entfernung besonders an Kunstwerken verschrieben hat, überlegte nicht lange, als die Freunde und Förderer der Kulturstiftung Rostock bei ihm anfragten, das bronzene Pferd am Kröpeliner Tor nicht gerade zu striegeln, aber mit seinen speziellen umweltfreundlichen Lösungen unter Hochdruck und kochendem Wasser zu bürsten.


Vandalen schmieren „Bitte kostenlos!“


Vandalen hatten das Pferd mit heller Farbe besprüht und es verschandelt. Bloch war, wie mehr als 130 registrierte Rostocker Spender auch, mit seinem Obolus dabei, als die Kulturstiftung 2011 zu einer großen Spendenaktion aufrief. Sie wollten einen neuen Bronzeguß des Hengstes anfertigen und die Plastik von Jo Jastram aufstellen. Bloch sah die gestrige Aktion als seinen speziellen Beitrag an, die 1981 geschaffene Bronze wieder ins rechte Licht zu setzen. Immerhin hatte er auch zu Lebzeiten Jastrams einige Wachs- und spätere Bronzegüsse handwerklich begleitet.

Aufmerksame und sachkundige Zaungäste der Reinigungsaktion waren neben neugierigen Passanten zu dieser Mittagsstunde auch Mitglieder der Kulturstiftung, wie ihr Vorsitzender Wolfgang Methling, und der Architekt Christoph Weinhold sowie Thomas Werner vom Kulturamt. Immerhin sollte doch dieses Geschenk, das sich die Rostocker selbst gemacht hatten, wieder zum Blickfang am Eingang zur Innenstadt werden. Und so geschah es auch nach einer guten Stunde Reinigung. Der schreiende Hengst steht nun wieder als glänzendes Sinnbild und Mahnung für alle geschundenen Kreaturen auf Erden.

Wie gut, dass es immer wieder Freunde und Förderer der Kultur in Rostock sind, die breit gefächert Impulse geben, diese realisieren und bewahren, wenn die Stadtverwaltung die Schultern zuckt und auf die fehlenden Finanzen für eine angemessene Pflege eben auch dieses Kunstwerkes verweist: geschaffen von einem der bedeutenden Söhne Rostocks, auf dessen Spuren man immer wieder in der Stadt trifft.

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