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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 23:02 Uhr

Sturmschäden : Kahlschlag in der Rostocker Heide

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach „Elon“ und „Felix“ ziehen die Förster des Stadtwaldes eine Bilanz der Verwüstung. Das Revier Torfbrücke ist am stärksten betroffen

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Abgeknickte Bäume, auf dem Waldboden verteilte Äste und kahle Flächen – die Januarstürme „Felix“ und „Elon“ haben die Rostocker Heide schwer getroffen. „Sie haben eine Schneise der Verwüstung quer durch das Gebiet geschlagen“, sagt Revierförster Stefan Schlüter. Seinen Verantwortungsbereich, das Revier Torfbrücke, hat es am schlimmsten erwischt. „Vielen Bäumen fehlt die Krone, etliche hat der Wind in Stücke gerissen“, berichtet Schlüter.

Die beiden Orkantiefs sind vom 9. bis 11. Januar über Rostock hinweggefegt, teilweise mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Seitdem arbeiten die Förster und Waldarbeiter der Rostocker Heide daran, die Schäden zu beseitigen und sich einen Überblick zu verschaffen. Das Ausmaß der Verwüstung ist besonders für Stefan Schlüter unbegreiflich. Dass Wind mit dieser Stärke so viel zerstören kann, sei für ihn überraschend gewesen, so der Revierförster. Derzeit gehen er und seine Kollegen davon aus, dass etwa 6000 Festmeter Holz beschädigt wurden.

Der Großteil, etwa 4800 Festmeter, ist schon zweieinhalb Wochen nach den Stürmen geräumt worden. An den Rest machen sich die Waldarbeiter in den nächsten Wochen. Bei der Organisation der Aufräumarbeiten hat das Forstamt auch den Tourismus im Blick. „Bis zum Beginn der Saison haben wir die touristisch wichtigen Bereiche geräumt“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth. Gefährlich ist es aber auch jetzt schon nicht mehr, betont er. „Die Waldwege waren dieses Mal nicht so stark betroffen wie nach ,Xaver’“, so Harmuth.

Das schon geräumte Holz ist stapelweise an den Wegrändern im Wald aufgereiht. Von da geht es in die Sägewerke. Erst dort könne festgestellt werden, wie stark der Wind die Substanz der Stämme tatsächlich beschädigt hat, erklärt Stefan Schlüter. Davon ist auch abhängig, wie hoch der wirtschaftliche Schaden ausfällt. Denn wenn die Bäume nicht komplett verwertet werden können, werfen sie auch weniger Gewinn ab.

Erst einmal bedeutet das viele Holz aber viel Gewinn auf einen Schlag. Der Haken: Die komplett verwüsteten Stellen können nur langsam wieder aufgeforstet werden. „Für die nächsten 50 bis 60 Jahre ist hier an Wirtschaftlichkeit nicht zu denken“, sagt Jörg Harmuth.

Doch trotz der schweren Schäden im Revier Torfbrücke hat es die Rostocker Heide insgesamt nicht so schwer getroffen wie vor anderthalb Jahren. „In den anderen Gebieten gibt es im Vergleich nur kleinere Schäden“, berichtet der Forstamtsleiter. Die Revierförster würden sich gegenseitig helfen.

Wann genau sein Revier wieder hergerichtet ist, kann Stefan Schlüter noch nicht sagen. „Ich denke aber, in der zweiten Jahreshälfte könnten wir es geschafft haben“, sagt Schlüter.

 

 

 

 

 

 

 

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