Vorsicht Abzocke! : Kaffeefahrt statt 10 000 Euro

Günter Bruhn
Günter Bruhn

Die Leichtgläubigkeit hätte Günter Bruhn beinahe um sein Geld gebracht. Ein Brief versprach dem 70-Jährigen 10 000 Euro bei dem Gewinnspiel Jackpot-Bargeldregen. Dahinter verbarg sich aber eine Kaffeefahrt.

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15. Dezember 2010, 10:04 Uhr

Stadtmitte | Die Leichtgläubigkeit hätte Günter Bruhn beinahe um sein Geld gebracht. Ein Brief versprach dem 70-Jährigen 10 000 Euro bei dem Gewinnspiel Jackpot-Bargeldregen. Was sich jedoch dahinter verbirgt, ist eine kostspielige Kaffeefahrt. "Immer dreister werden die mit ihren Versprechungen", kritisiert der Rentner.

In dem Schreiben wurde ihm vorgegaukelt, dass ein Außendienstmitarbeiter am 30. November bereits vor seiner Tür stand, um ihm den Gewinn zu übergeben. "Da war ich mit meiner Frau Rosemarie aber zu Hause", sagt er. Damit Bruhn doch noch zu seinem Geld kommen sollte, wurde ihm eine Ausflugsfahrt in die Rostocker Heide angeboten. Dort könne er seinen Gewinn in Empfang nehmen. "Hier handelt es sich eindeutig um eine Kaffeefahrt", sagt Joachim Geburtig, Jurist von der Neuen Verbraucherzentrale MV. Ihm ist dieses Schreiben bereits bekannt. Eine Ausschüttung sei bei der Veranstaltung nicht zu erwarten, so Geburtig. Eher zusätzliche Kosten für Speisen und Verkaufsangebote könnten Günter Bruhn beim Antritt der Reise entstehen.

"Da bin ich schon einmal drauf reingefallen", sagt er. Vor einem Jahr ließ er sich mit seinem Sohn zu einer Kaffeefahrt hinreißen. "Nach dem Mittagessen gab es ein langes Verkaufs ge spräch", so Bruhn. Das Vertrauen der Vertreter gewonnen, hatte der 70-Jährige letztlich eine Magnet-Resonanz-Matratze, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetikprodukte und zwei Reisen nach Italien im Wert von rund 2000 Euro im Gepäck. Ehefrau Rosemarie, die zu Hause geblieben war, schickte die Produkte sofort zurück: "Es gab ein 14-Tage-Rückgaberecht, aber auf 60 Euro Buchungsgebühren für die Reisen sind wir sitzen geblieben."

Seit diesem einschneidenden Erlebnis hat das Ehepaar weitere zehn Anschreiben erhalten, da sie wahrscheinlich in einen Verteiler geraten sind. "Wir jagen jedes dubiose Angebot durch den Reißwolf", so die 67-Jährige. Sollten die Täuschungen nicht bald ein Ende haben, will das Ehepaar rechtliche Schritte einleiten.

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