„Käpp’n Brass“ ist fit für die Saison

<strong>Schiffsführer Wolfgang Sense</strong> (60) hat sogar schon Angelsehnen gegen Möwen ausprobiert - zwecklos.<foto>Jenny Pfeifer</foto>
Schiffsführer Wolfgang Sense (60) hat sogar schon Angelsehnen gegen Möwen ausprobiert - zwecklos.Jenny Pfeifer

svz.de von
07. März 2013, 09:58 Uhr

Warnemünde | Die Fahrgastschiffer wappnen sich für die Saison. Ostern steht vor der Tür und die ersten warmen Sonnenstrahlen locken Touristen in das Seebad. Und weil die "Min Herzing" und die "Käpp’n Brass" auf den Besucheransturm vorbereitet sein wollen, hat das Schiffspersonal alle Hände voll zu tun.

Vor allem die Möwen bereiten der Besatzung förmlich einen Haufen Arbeit. Auf der Reling machen es sich die Vögel am frühen Morgen gemütlich und warten ab, dass die Fischer am gegenüberliegen Ufer Fischreste fallen lassen. "Wir putzen vor der ersten Hafenrundfahrt täglich das Deck und machen den Möwenschiet weg", sagt Wolfgang Sense (60), Schiffsführer der "Käpp’n Brass". Sogar Angelsehnen hat die Besatzung an der Reling entlang gespannt, damit sich die Tiere dort nicht mehr hinsetzen. "Aber geholfen hat es nichts", so Sense. Früh zieht er die noch vom Morgentau nassen Tische ab, damit die Gäste dort später ihre Getränke und ihren Kuchen abstellen können.

Ölstände und Schläuche kontrolliert

Für den reibungslosen Betrieb prüft der 60-Jährige täglich die Ölstände an den beiden Hauptmaschinen und an den zwei Hilfsdieseln. "Alle drei bis vier Tage fülle ich jeweils einen halben Liter Öl nach", sagt er. Zwölf Knoten schafft die "Käpp’n Brass" mit ihren zwei 250-PS-Dieselmotoren. Nach einer Sichtkontrolle, bei der Sense schaut, dass alle Schläuche richtig sitzen und alle Dichtungen in Ordnung sind, fährt er die Maschine zum Test einmal voll durch. Auch die Bugstrahlruder werden einmal getestet. Vom Ruderhaus aus hat er dank sechs Kameras, die um das Schiff herum verteilt sind, einen Rundumblick. Und den braucht der Kapitän, der 15 Jahre bei der Deutschen Seereederei gefahren ist und auf der "Georg Büchner" gelernt hat, auch: "Unser Schiff ist 28,5 Meter lang und der Strom gerade mal 35 Meter breit. Abzüglich der festgemachten Kutter haben wir gerade mal zwei Meter Platz zum Wenden." Zurzeit wechseln sich die "Min Herzing" und die "Käpp’n Brass" wöchentlich ab.

Zweimal am Tag, 11 und 13 Uhr, fährt eins der beiden Fahrgastschiffe in Richtung Hansestadt ab. An guten Tagen legt eins der Schiffe um 15 Uhr noch ein drittes Mal ab. "Gute Tage sind für uns warm und bewölkt. Wenn es zu schön ist, wollen die Leute lieber spazieren gehen", weiß der 60-Jährige aus langjähriger Erfahrung. Ab Mitte März werden beide Schiffe gleichzeitig im Einsatz sein. Damit die "Käpp’n Brass" für die Saison auch perfekt aussieht, hat sie im vergangenen November für drei Wochen einen Zwischenstopp in der Tamsen-Werft in Gehlsdorf eingelegt. In Eigenregie verpasste die Besatzung der Außenhaut des Schiffes einen neuen Anstrich. Auch die Ruderblätter wurden durchgesehen. "Jetzt ist das Schiff tipptopp in Ordnung", so Sense. Die "Min Herzing" war zwei Wochen in der Werft und wurde ebenfalls fit für die Saison gemacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen