Rostocker Anwohnerstreit : Kälteschlacht in der KTV

Jetzt ist Schluss: Heike Frenz, Silvia Gau und Stefanie Hanke machten auf der letzten Sitzung des Ortsbeirates KTV ihrer Wut über die Kühlzelle auf dem Hof des Plan b Luft.
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Jetzt ist Schluss: Heike Frenz, Silvia Gau und Stefanie Hanke machten auf der letzten Sitzung des Ortsbeirates KTV ihrer Wut über die Kühlzelle auf dem Hof des Plan b Luft.

Seit zwei Jahren tobt ein hitziger Anwohnerstreit um die Geräuschkulisse des Plan b / Umweltamt nimmt Messungen vor

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18. November 2015, 08:30 Uhr

Wohnen und leben ist für die Bewohner der Doberaner Straße, Ecke Friedrichstraße eine Herausforderung. Seit zwei Jahren liegen sie im Streit mit dem Geschäftsführer des Plan b-Restaurants, Matthias Giebner. Hauptstreitpunkt ist eine Kühlzelle, die sich auf dem Innenhof des Restaurants in der Doberaner Straße 150 befindet. Sie produziere zu viel Lärm, klagen Mieter aus drei verschiedenen Wohnhäusern. Sechs von ihnen schlossen sich jetzt zusammen und sendeten einen Hilferuf an den Ortsbeirat.

„Wir sind so weit, dass wir klagen wollen“, sagt Sprecher Norbert Frenz. „Wir fühlen uns von der Stadt allein gelassen.“ Die Kühlanlage des Restaurants laufe Tag und Nacht und überschreite die zulässigen Geräuschgrenzwerte von 45 Dezibel nach 22 Uhr.

Giebner betreibt neben dem Plan b auch einen Catering-Service. Die Lebensmittel hierfür und für das Restaurant werden in der Kühlzelle auf dem Hof zwischengelagert. „In der KTV ist das Raumangebot begrenzt“, so der 27-Jährige. Daher sei die Zwischenlagerung der Waren nur an dieser Stelle möglich. Den Streit schlichten sollte eine Messung des Umweltamtes. Hier schien der Lärmpegel im akzeptablen Bereich. „Wir haben den Eindruck, dass Giebner die Kühlanlage an diesem Tag bewusst herunterfuhr und so die Messung manipulierte“, sagt ein Anwohner. Seit Renovierungsarbeiten im August habe sich die Geräuschkulisse erneut verändert. Grund genug, eine zweite Messung einzuberufen. Diese fand am 9. Oktober statt. „Es wurde an verschiedenen Orten gemessen mit dem Ergebnis, es sei zu laut“, erklärt Anwohnerin Heike Frenz.

Giebner zweifelt die Neutralität der Messung an. „Ich habe die Kühlzelle mit Steinwolle eingedämmt. Der Geräuschpegel hat sich dadurch verringert“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin gern bereit, dass wir zusammen mit allen Akteuren eine dritte Messung machen.“ Wenn diese dann ergebe, dass es tatsächlich zu laut sei, werde der Geschäftsführer den Anwohnern entgegenkommen.

Das Umweltamt, so sicherte Matthias Siems vom Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt zu, arbeite durchaus an der Problematik. Er verspricht Unterstützung, stellt aber klar: „Ich werde mir alle Dokumente geben lassen, aber ich bin nicht berechtigt in laufende Verfahren einzugreifen.“ Trotzdem erklärte er, dass der Eigner aufgrund der Überschreitung der Messwerte am 9. Oktober umgehend Maßnahmen ergreifen müsse. Dass habe das Umweltamt angeordnet. Silvia Gressin wohnt ebenfalls vor Ort, ihr Schlafzimmer liegt direkt über dem Plan b. Sie könne aber nicht verstehen, warum die Kühlanlage die Gemüter derart erhitze. „In der KTV ist es normal, dass es Geräusche gibt“, erklärt die Seniorin. „Hier stehen keine Menschen im Innenhof und es werden auch keine lauten Partys gefeiert.“

Dennoch: Das Brummen der Kühlzelle nervt die anderen Anwohner. „Der Hinterhof ist wie ein Lärmtrichter“, sagen sie. Hinzu komme das Geschirr durch den Catering-Service, das bis in die Nacht verräumt werde. „Im Sommer kann ich mein Fenster in der Nacht nicht öffnen“, beklagt Heike Frenz. Wie der Streit um die Kühlanlage ausgeht, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

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