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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 03:18 Uhr

Tier-Sensation : Jungstorch: Abflug verpasst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In Broderstorf und Umgebung wurde ein Adebar gesichtet. Ein Experte rät dringend von Zufütterung ab.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Einsam flattert ein weißer Jungstorch über die Felder und Wiesen rund um Broderstorf. Immer wieder lässt sich Adebar in Baumkronen oder aus Häuserdächern nieder, beobachtet seine Umgebung. Während seine Artgenossen bereits im Sommer in wärmere Gefilde aufgebrochen sind, hat das Jungtier den Abflug augenscheinlich verpasst.

„Mich erreichten in den letzten Tagen und Wochen vermehrt Anrufe besorgter Anwohner, die annahmen, das Tier sei verletzt. Auch die Rettungsleitstelle hat mich bereits kontaktiert“, sagt Stefan Kroll, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer des Naturschutzbundes. Doch der Experte kann beruhigen: „Ich war gerade am vergangene Sonnabend vor Ort und konnte keinerlei Anzeichen für einer Verletzung beobachten“, so Kroll.

Bei dem Storch handelt es sich um ein in diesem Jahr direkt in Broderstorf geschlüpftes Jungtier. Während seine zwei Geschwister und die beiden Altvögel wie üblich Ende August gen Süden abflogen, entschied sich der Jüngling mit der Kennnummer HN061 vorerst für den Verbleib im Rostocker Umland. „Für Mitte Oktober ist das in der Tat sehr ungewöhnlich, jedoch nicht besorgniserregend. Die Witterung ist zur Zeit nicht anders als im April“, betont Kroll. Da ein Verbleib aus Krankheitsgründen ausgeschlossen werden kann, vermutet der Storchenexperte vielmehr menschliche Fütterungen hinter der unnatürlichen Verhaltensweise des Tieres. „Viele denken, ihm damit etwas Gutes zu tun, erreichen aber genau das Gegenteil. Sollte er bei geschlossener Schneedecke immer noch vor Ort sein, wird es für das Tier nämlich kritisch“, gibt der 45-Jährige zu bedenken und rät dringend von weiterer Zufütterung ab.

Trotz des verpassten Abflugs ist eine verspätete Abreise des Tieres nicht unwahrscheinlich. Aber es kann auch anders kommen: Erst im letzten Jahr verbrachte ein Nachzügler aus dem Rostocker Umland den Winter im schneefreien Münsterland.

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