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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. August 2017 | 09:30 Uhr

Natur : Junge Weißstörche erhalten Ringe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

35 Küken im Altkreis Bad Doberan gezählt. Anzahl von Nachwuchs und Horstpaaren auf historischem Tiefstand.

Zehn Nester mit 19 Jungstörchen stehen an diesem Tag auf der Liste von Stefan Kroll, die er zusammen mit Hans Wolfgang Nehls und weiteren Helfern am Montag abfährt. Ihre Aufgabe: Sie wollen die etwa vier bis sechs Wochen alten Küken beringen, die die Storchenpaare in den Nestern des ehemaligen Kreises Bad Doberan ausgebrütet haben. „In diesem Jahr haben wir in diesem Gebiet insgesamt nur 35 Jungtiere“, sagt der Storchenbeauftragte des Landkreises Rostock. „Das ist ein historischer Tiefstand.“

Das merken die Helfer auch an der Anzahl der Jungstörche, die sie in den einzelnen Nestern vorfinden. Höchstens ein oder zwei Tiere pro Nest entdecken sie in Albertsdorf, Fienstorf, Zarnewanz, Cammin, Pankelow, Bandelstorf, Kurzen Trechow und Moitin. Nur in Wendfeld und Jürgenshagen hat ein Storchenpaar dreifachen Nachwuchs. „Normal waren sonst drei bis vier Küken pro Nest“, erzählt Kroll.

Aber nicht nur die Anzahl der Jungtiere im Altkreis Bad Doberan Jahr befindet sich auf einem historischen Tiefstand. „Auch die der Horstpaare“, weiß Kroll. Während 2014 noch 55 Paare mit 91 Jungtieren und im vergangenen Jahr 50 Paare mit 67 Küken gezählt wurden, trifft der Weißstorchbeauftragte aktuell nur auf 45 Horstpaare. „Dieses Jahr haben wir ein sogenanntes Störungsjahr mit rund zehn Prozent weniger Horstpaaren“, so Kroll. Die Ursachen dafür vermutet der Experte in schlechten Überwinterungsbedingungen und dem schwindenden Nahrungsangebot vor Ort.

Auch in Zarnewanz sind es nur zwei Jungtiere, die beringt werden müssen. Dafür bugsiert sich Christoph Roscher mit seinem Kran dicht an das Nest, um die Jungstörche zum Beringen nach unten zu holen.

Bereits seit acht Jahren ist er bei dieser Aktion mit dabei, deren Kosten vom Bauernverband getragen werden. Wieder am Boden übergibt Roscher die Tiere an Hans Wolfgang Nehls. Er ist geprüfter Beringer – und das schon seit 1958 – und legt den Tieren ihre Erkennungsmarken an. Die Zarnewanzer Jungstörche tragen jetzt die Nummern AB 49 und 50 der Beringungszentrale Hiddensee. Hier werden zukünftig alle Meldungen über Sichtungen der beiden eingehen und gesammelt.

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