Rostock : Junge Naturschützer in Aktion

Die letzten Nägel werden von Schülerin Cindy Brehmer (l.) unter Aufsicht von Udo Ehlers (r.) in die Nistkästen geschlagen.
Die letzten Nägel werden von Schülerin Cindy Brehmer (l.) unter Aufsicht von Udo Ehlers (r.) in die Nistkästen geschlagen.

Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums am Meer in Graal-Müritz bringen im Zoo Nistkästen an

svz.de von
09. Juli 2014, 12:00 Uhr

Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums am Meer in Graal-Müritz sind gestern in Rostock in besonderer Mission unterwegs gewesen. Zusammen mit der Landschaftsarchitektin Kristin Jacobi und dem Biologen Mario Schilling brachten sie selbst gebaute Nistkästen für Singvögel im Barnstorfer Wald an.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Schüler Fledermaushäuser gebaut. Doch statt Fledermäusen haben sich dort unter anderem Meisen, Rotkehlchen und Wespen eingenistet. Deshalb werden nun am gleichen Baum auf etwa gleicher Höhe die neuen Nistkästen angebracht. „Wir bieten den Singvögeln mit den neuen Kästen eine Alternative und hoffen, dass sie die Fledermausquartiere frei lassen“, sagt Schilling.

Auf dem Weg durch die Naturwaldparzelle des Zoos erklärt er den Schülern den Wald. Beispielsweise ist die Parzelle zurzeit eine Monokultur, in der nur Buchen wachsen. „Die Bäume hier sind zwischen 60 und 70 Jahre alt. Doch später soll es mal ein Mischwald werden", führt der Biologe aus. Für den Anbau der Nistkästen werden viele helfende Hände benötigt: Ein Schüler klettert auf die Leiter und bringt den Kasten an, zwei weitere Schüler sichern die Leiter ab. Doch nicht an jedem Baum kann, wie vorgesehen, ein Nistkasten angebracht werden. Aus einem Fledermausquartier ist ein Summen zu hören und sind Wespen zu sehen. „Das Wespennest ist eine klassische Fehlbelegung“, erläutert Schilling den Schülern. „Wenn wir hier am Baum einen Kasten anbringen, fühlen sich die Wespen durch das Klopfen bedroht und würden uns angreifen.“ Daher werden nun die Zoomitarbeiter den fehlenden Nistkasten montieren, sobald im Winter das Quartier gereinigt wird.

Insgesamt zwölf Kästen haben die Schüler der Zoo-Patenklasse angebaut, vier weitere werden folgen. Nicht nur der Rostocker Zoo profitiert von den selbst gebauten Nistkästen, auch die Schüler. „Es ist schön zu sehen, dass die Schüler eine sinnvolle Arbeit haben und sehen, dass sie einen Zweck hat“, sagt Werklehrer Udo Ehlers. Die benötigten Baupläne für die gewünschten Kästen bekommt Ehlers vom Biologen zugeschickt. Beide Seiten freuen sich auf eine weitere Zusammenarbeit. Was die Schüler für das nächste Jahr bauen, ist derzeit noch offen.

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