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Fish-Festival Rostock : Junge Filmemacher öffnen ihr Herz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vom 19. bis 22. Mai wird Rostock zum Mekka für Nachwuchsregisseure aus ganz Deutschland. Das 13. Fish-Festival ist ein Schaubild dessen, was die Szene bewegt

Sieben Filmblöcke, 32 Filme, zwei Tage Dokumentationen, Science Fiction, Dramen, Komödien und Co. – das 13. Fish-Festival steht in den Startlöchern und mit ihm der Wettbewerb „Der junge deutsche Film“. 346 Einsendungen aus der gesamten Bundesrepublik sind bei den Veranstaltern für das Format eingegangen – von Regisseuren, die nicht älter sind als 26 Jahre.

Die gezeigten Streifen sind in den vergangenen zwei Jahren gedreht worden, beschäftigen sich unter anderem mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie der Asyldebatte. Dass von dem Wettbewerb gerade für den Nachwuchs der Szene eine besondere Magie ausgeht, kann Mitorganisator Patrick Hinz begründen: „Nach jedem Filmblock gibt es eine öffentliche Diskussion. Die Juroren erklären, wie sie die Filme aus welchem Grund bewerten. Das ist etwas Einmaliges. Offenes Feedback ist sonst nicht üblich.“

„Der junge deutsche Film“ ist ein Kurzfilmwettbewerb. Das bedeutet, die Filme, die darüber hinaus auch keinen kommerziellen Zweck verfolgen dürfen, sind in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde. „Wenn die Qualität überzeugt, drücken wir auch mal ein Auge zu. Es gab Siegerfilme, die gingen eine Stunde“, sagt Festivalleiter Arne Papenhagen, der bei der Sichtung der Einsendungen dabei war. „Bei der Bewertung sind wir dann aber besonders kritisch. Wichtig ist, dass die Filme funktionieren. Gibt es eine Dramaturgie? Wie geben sich die Schauspieler? Was ist die Intension des Filmemachers? “

Die Bandbreite der Filme, die beim Wettbewerb am 20. und 21. Mai im Mau-Club über die Leinwand flimmern, sei enorm, so die Veranstalter. Vornehmlich Jugendliche, für die das Drehen ein Hobby ist, nehmen am Fish teil, aber auch Studenten, die daraus eine Profession machen wollen. „Wir haben sogar eine Kita-Gruppe dabei, also Sechs- bis Siebenjährige. Die Veranstaltung ist ein Schaufenster dessen, was momentan im Jungen Film passiert“, verdeutlicht Hinz. Ein Filmblock gehe zwei bis zweieinhalb Stunden. Währenddessen müssen die Zuschauer ganz genau hinsehen, denn am Ende sind sie es, die einen zweiten Preis, den Publikumspreis, verleihen. Via Stimmzettel können sie ihren Favoriten unterstützen.

Parallel wählt die Jury den Film des Jahres. Der Gewinner kann sich über 9000 Euro freuen, die sich aus 4000 Euro Geldmitteln und 5000 Euro freier Filmförderung zusammensetzen. Letztere wird ausgezahlt, wenn der Filmemacher sein nächstes Projekt startet. „Eine gute Motivation weiterzumachen“, findet Hinz und berichtet von Axel Ranisch, dessen Karriere mit dem Fish-Festival startete und der heute nicht nur als Filmemacher unterwegs ist, sondern auch als Schauspieler regelmäßig im Tatort auftaucht.

„Auch Tobias Wiemann hat seine Ursprünge in Rostock. Er hat bei uns seine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton gemacht und ist in die Produktionsfirma von Till Schweiger gekommen. Mit ,Großstadtklein’ gab er sein Debüt als Spielfilmautor und Regisseur“, erzählt Hinz.

Neben dem Wettbewerb zum Jungen Film besticht das Fish, dessen Abkürzung für Festival im Stadthafen steht, durch ein filmreifes Rahmenprogramm. Mit „Seh-Sterne“ zeigen die Veranstalter vor allem auch Filme aus dem diesjährigen Gastland Dänemark. „In diesem Kontext planen wir ein Austauschforum. Flüchtlingshelfer aus Rostock begegnen Flüchtlingshelfern aus Dänemark. Im Anschluss zeigen wir drei Filme zu der Thematik“, sagt Arne Papenhagen.

Darüber hinaus widmet sich das Fish der Musik. Mit Pop Fish wird zum dritten Mal das beste Musikvideo Mecklenburg-Vorpommerns gesucht. Aus 40 Einsendungen werden die zehn besten gezeigt, darunter auch ein Clip der Band Feine Sahne Fischfilet. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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