zur Navigation springen

Rostock Südstadtklinikum : Julia hilft Babys auf die Welt zu kommen

vom

Ihre Augen strahlen, wenn sie von ihrem Beruf spricht. "Heute wurde ein Mädchen geboren." Julia Stroppe ist stolz. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr zur Hebamme am Südstadtklinikum, hat Mutter und Neugeborenes betreut.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2012 | 07:26 Uhr

Südstadt | Ihre Augen strahlen, wenn sie von ihrem Beruf spricht. "Heute um 9.35 Uhr wurde ein Mädchen geboren." Julia Stroppe ist stolz und glücklich. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr zur Hebamme am Südstadtklinikum, hat Mutter und Neugeborenes betreut.

"Es ist so schön, die Frau in dieser besonderen Lebenssituation zu begleiten, da spielen viele Emotionen mit rein", sagt die 21-Jährige. Nach dem Abitur hat sie sich für ein berufsvorbereitendes Jahr im Klinikum entschieden, ihr Berufswunsch hat sich verfestigt. An ihre erste Geburtshilfe erinnert sich Julia ganz genau. "Es war am 1. November 2010", sagt sie. Sie habe kaum realisiert, dass das wirklich die erste Geburt war, bei der sie assistierte. Aber bis heute sei es etwas ganz Besonderes. "Eine Mutter zu erleben, wenn das Kind, die Erfüllung, da ist - aller Schmerz ist vergessen, das ist so schön", sagt sie.

Dieses Erlebnis hat sie fast täglich. Im Klinikum Süd werden etwa 3000 Kinder im Jahr geboren. Viele begleitet Julia in Zusammenarbeit mit einer examinierten Hebamme. Die theoretische Ausbildung bekommt sie in der Alexander-Schmorell-Schule, der einzigen Ausbildungsstätte in MV. Drei Jahre dauert die duale Ausbildung. "Es ist gar nicht so leicht, einen Platz zu bekommen, weil es so viele Interessenten gibt", sagt die Schülerin.

Neun Hebammen werden jährlich neu in die Ausbildung aufgenommen. "Darauf kommen fast 400 Bewerbungen in diesem Jahr bei uns", berichtet Pflegedienstleisterin Sylvia Waterstradt (49) vom Klinikum Süd. Der Heb ammenberuf ist populär, ein Traum für viele junge Frauen.

Die Gesundheitsfachberufe hingegen haben an Attraktivität eher eingebüßt - zu Unrecht, findet Waterstradt. Die Berufe würden mit Pflegehilfstätigkeiten verwechselt werden. "Es gibt sehr große Unterschiede zwischen den Pflegekräften", sagt die Pflegedienstdirektorin. So werde ein Krankheitspflegehelfer nur ein bis anderthalb Jahre ausgebildet. Der Gesundheits- und Krankenpfleger hingegen, bis 2003 nur Krankenschwester oder Krankenpfleger genannt, durchläuft eine dreijährige Ausbildung. "Es ist ein sehr dankbarer Beruf", sagt Waterstradt. Ohne die gut geschulten Pflegekräfte sei die Behandlung gar nicht möglich, denn sie sind es, die Symptome der Patienten beobachten, die Diagnostik erst ermöglichen.

Der Operationstechnische Assistent sei ein verhältnismäßig neuer Beruf. Seit 2008 werden am Klinikum zwei Kräfte pro Jahr ausgebildet. Sie assistieren hauptsächlich im Operationssaal. Die theoretische Ausbildung erfolgt in Kursen an der Universität Rostock. "Wir investieren viel in unsere Ausbildungen auch vor Ort", sagt Waterstradt. Schließlich bräuchte das Krankenhaus gut ausgebildete Kräfte, um dem steigenden Bedarf an Pflege gerecht zu werden. Die Bewerbungsfristen für die drei Berufe laufen am Klinikum noch bis zum 28. Februar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen