zur Navigation springen

Rostocker Stadtgeburtstag löst Kritik aus : Jubiläum: Kellys, Könige, Konzepte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zur 800-Jahr-Feier der Stadt hat das Koordinationsbüro viele Ideen und kassiert eben dafür harsche Kritik vom Kulturausschuss

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 07:45 Uhr

Der Wechsel des Ziffernblattes der Astronomischen Uhr zur Eröffnung, die Philosophischen und die Plattdeutschen Kulturtage, eine Rock-Suite im Kurhausgarten, Filmschätze, eine Sonderausstellung, die mögliche Schirmherrschaft der skandinavischen Königshäuser oder auch ein Konzert der Kelly Family – für das Stadtjubiläum 2018 ist vieles geplant und angedacht. Zu vieles, finden Mitglieder des Ausschusses für Kultur, die eben diesen Aspekt des Jubiläums genauer beleuchten.


Sorge, dass die Zeit zu knapp wird


„Ich habe Zweifel, dass das so klappen wird“, sagt Dr. Fred Mrotzek (CDU). Ihm fehle ein besonderer Plot, ein Fokus, etwas ganz Besonderes, das herausgearbeitet wird. „Ich glaube, dass die Zeit sonst einfach zu knapp ist“, sagt er. Die Zeit sieht auch Franziska Nagorny als Problem. Als Leiterin des Koordinationsbüros setzt sie den Fokus auf bestehende Veranstaltungen wie Fish-Filmfestival, Pyro Games, „Rostock rockt“ oder Kulturpreisvergabe. „Wir wollen diesen Projekten das Krönchen des Jubiläums aufsetzen“, sagt Nagorny.

Lisa Kranich von den Linken ist das zu wenig, ihr fehlt ein Motto. „Ich habe so ein bisschen Angst, im Moment klingt das für mich, als würden wir da alles reinpacken, was wir haben“, sagt sie. Ende des Jahres soll Abhilfe geschaffen und ein Kommunikationskonzept ausgeschrieben werden. Das fand an sich Anklang im jüngsten Kulturausschuss – nicht aber, dass es nicht bereits ausgeschrieben ist. „Das Motto im Nachhinein drübersetzen, ist für mich die völlig falsche Herangehensweise“, sagt die Vorsitzende Susan Schulz (Grüne). Ewige Problematik: Die Zeit, Nagorny war erst im März eingesetzt worden, nach harscher Kritik an der Verwaltung zur unprofessionellen Organisation.

„Der Tenor der Kritik ist die Vielfältigkeit, die scheinbar keiner Struktur unterliegt“, sagt Dr. Ingrid Bacher (SPD), als Historikerin wünsche sie sich mehr Fokus auf die Geschichte – „was ist in diesen 800 Jahren so herausragend gewesen, das es verdient, heute widergespiegelt zu werden?“ Das müsse herausgearbeitet werden. Nagorny wird die Anregungen mitnehmen, ebenso wie die Vorschläge der Rostocker, die bei ihr eingehen. „Es ist eine Mammutaufgabe, die Sie da übernommen haben“, würdigte Mrotzek ihre Arbeit, die der Ausschuss hoch anerkenne. Die Marketing-Expertin hat seit Kurzem aber Verstärkung. Für den Bereich Kultur wirkt Mathias Beier, früher Leiter der Designakademie und Künstler, mit. „Er ist ausgezeichnet vernetzt in der Kunst- und Kulturszene“, so Kulturamtsleiterin Michaela Selling.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen