Universität : Johnson-Werkausgabe entsteht in Rostock

Fördergarantie für 24 Jahre: Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb  (SPD, l.), und der Rektor der Uni Rostock, Prof. Wolfgang Schareck, unterzeichnen die Vereinbarung.
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Fördergarantie für 24 Jahre: Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb (SPD, l.), und der Rektor der Uni Rostock, Prof. Wolfgang Schareck, unterzeichnen die Vereinbarung.

Mehr als sieben Millionen Euro fließen in das einzigartige Projekt. In 24 Jahren soll es abgeschlossen sein.

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27. März 2014, 06:00 Uhr

Erst in Rostock sei er zum Schriftsteller geworden, sagte Uwe Johnson einst. Und genau an diesem Ort entsteht nun seine Werkausgabe. Gestern wurde der Start des auf 24 Jahre angelegten Akademienvorhabens mit einem Festakt gefeiert. Im April wird es dann ganz offiziell in das Programm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften aufgenommen. Gefördert wird es in diesem Zeitraum mit insgesamt 7,15 Millionen Euro, jeweils zur Hälfte von Bund und Land.

Für den Rostocker Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck war es „ein Tag des besonderen Glücks“. Das Vorhaben trage zu einem ganz besonderen Ansehen der Uni Rostock bei. Deutschlandweit gebe es nur sehr wenige geisteswissenschaftliche Projekte mit einer solch herausragenden Bedeutung. Voller Begeisterung sprach Schareck über die Forschungsarbeit, die hier seit Jahren geleistet werde: „Der Weg bis hierher wurde atemberaubend zielstrebig verfolgt.“ Alles begann mit einer Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur, die die Uni Rostock 2009 bekam. Prof. Holger Helbig verfolge seither unermüdlich und mit viel Leidenschaft sein großes Ziel – die Johnson-Werkausgabe in Rostock zu editieren. Schritt für Schritt ging es voran: 2010 wurde die Johnson-Gesellschaft gegründet, ein Jahr später ging das Archiv in den Besitz der Uni Rostock über, 2013 kam die Arbeits- und Privatbibliothek des Schriftstellers nach Rostock. All dies sei Voraussetzung dafür gewesen, dass das Vorhaben in das Programm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften aufgenommen wird. Dabei ist ein Name mit dieser Rostocker Erfolgsgeschichte untrennbar verbunden: Dr. Ulrich Fries. Er war es, der Helbig vor 24 Jahren für Johnson begeisterte und die Professur der Uni Rostock stiftete. Fries zeigte sich gestern sichtlich gerührt, wurde sein großer Traum doch Wirklichkeit. Innerhalb von 24 Jahren werden 40 Bände – unterteilt in Werke, Schriften und Briefe – sowie eine Digitalausgabe entstehen. Erstmals wird damit eine Werkausgabe für einen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts als Akademienvorhaben gefördert. Für MVs Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist es ein Glücksfall: „Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung.“

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