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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 14:22 Uhr

Rostock : Jobgarant Hafen will wachsen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mehr Arbeit trotz weniger Umschlag: Neue Studie von Uni-Institut prognostiziert 13 700 Beschäftigte mehr bis 2030

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 11:45 Uhr

Seit 2008 ist die Zahl der hafenabhängigen Arbeitsplätze um 3350 auf fast 15 900 gestiegen – obwohl der Umschlag im direkten Vergleich um 3,5 Millionen Tonnen abgenommen hat. Prof. Martin Benkenstein von der Uni Rostock erklärt das mit den Produkten der heimischen Firmen. Kräne von Liebherr beispielsweise würden statistisch weniger durchschlagen als Massengüter wie Getreide, dafür aber Arbeit in der Region generieren.

Benkenstein leitet das Institut für Marketing und Dienstleistungsforschung der Uni, das seit 1994 im Auftrag der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) die Ausstrahlungskraft des wirtschaftlichen Zugpferds untersucht. 2005 habe der Hafen wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden, so der Professor. Bis 2030 prognostiziert er ein weiteres Wachstum der Beschäftigtenzahl auf insgesamt 29 600, davon 20 500 mit direktem Bezug zur Hafenwirtschaft. „Diese Annahme ist sogar noch vorsichtig“, sagt er.

Der Hafen spiele für die Entwicklung von Stadt und Land eine entscheidende Rolle. Schon heute haben „15,6 Prozent der privatwirtschaftlich Beschäftigten in Rostock irgendetwas mit dem See- oder Fracht- und Fischereihafen zu tun“, sagt Benkenstein. 2005 habe diese Quote noch bei neun Prozent gelegen. Weiteres Wachstum sollen neue Industrie- und Gewerbegebiete ermöglichen, die unter anderem bei Peez, Krummendorf, Mönchhagen und Poppendorf vorgesehen sind. Das Planverfahren dazu läuft seit fünf Jahren. 2016 soll eine erste Studie fertig sein, an die sich voraussichtlich 2017 die Beteiligung der Öffentlichkeit anschließt. „Bis ein Ergebnis vorliegt, das konkrete Flächen definiert, wird es noch fünf bis zehn Jahre dauern“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

Hero-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch will in der Diskussion mit betroffenen Anwohnern für die Erweiterung werben: „Wir stoßen an unsere Grenzen. Jetzt geht es darum, die Angst vor sofortiger Veränderung zu nehmen.“ Hafenentwicklung müsse in Zeiträumen von 50 bis 100 Jahren gedacht werden. Verfügbare Flächen seien aus seiner Sicht sogar wichtiger als die angestrebte Vertiefung des Seekanals auf 16,50 Meter: „Wir spüren derzeit ein vermehrtes Interesse am Standort“, so Tesch.

Christian Weiss, Chef der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, setzt vor allem auf die Ansiedlung von Schwerlastunternehmen, etwa aus dem Bereich Offshore-Windenergie. Er sagt: „Die Nähe zur Kaikante birgt logistische Vorteile. Mit diesem Pfund und der Uni wuchern wir.“

Die derzeit in der Rostocker Hafenwirtschaft tätigen Unternehmen haben 2013 rund 65 Millionen Euro Gewerbe-, Grund- und Lohnsteuer gezahlt. Im gleichen Jahr betrugen alle Bruttolöhne und -gehälter zusammen zirka 354 Millionen Euro. 54 Prozent davon verdienten Hafenarbeiter mit Wohnsitz in Rostock, nur acht Prozent flossen an Beschäftigte mit einem Wohnsitz außerhalb von MV.

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