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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:15 Uhr

Rostock : Joachim Gauck soll Ehrenbürger werden

vom

Mit seiner Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten war Joachim Gauck 2010 zuletzt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Nun soll dem hoch geachteten Theologen in Rostock Ehre zuteilwerden.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2012 | 07:46 Uhr

Der langjährige Leiter der Stasi- Unterlagenbehörde, Joachim Gauck, soll Ehrenbürger in Rostock werden.
Die Bürgerschaft der Hansestadt wird sich aller Voraussicht nach auf der Sitzung am 4. April mit einem entsprechenden Antrag befassen, teilte das Büro der Präsidentin am Mittwoch auf Anfrage mit. Die Anregung dazu sei im Vorjahr aus der Bevölkerung gekommen. So seien zwei Schreiben mit mehreren Unterstützungsunterschriften bei der Stadt eingegangen. 2010 war Gauck, der lange Jahre als Pfarrer in Rostock wirkte, Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten. Der heute 72-Jährige war damals Christian Wulff nur knapp unterlegen.

Die Bestrebungen der Hansestadt, Gauck zum Ehrenbürger zu ernennen, finden Unterstützung auch bei führenden Landespolitikern in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) begrüßte die Pläne. „Ich halte das für eine gute Idee. Schließlich hat die SPD auch die Kandidatur von Herrn Gauck für das Bundespräsidentenamt unterstützt. Aber natürlich muss die Entscheidung in Rostock getroffen werden“, sagte der Regierungs- und SPD-Landeschef.

Der CDU-Landesvorsitzende und Innenminister Lorenz Caffier hob das Wirken Gaucks in den Nachwendejahren hervor: „Joachim Gauck hat den Prozess der Wiedervereinigung maßgeblich mitgestaltet. Er hat sich frühzeitig für die staatliche Einheit Deutschlands eingesetzt.“ Damit habe er auch die positive Entwicklung der Hansestadt Rostock mitgeprägt. Als Bundesbeauftragter für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes habe er maßgeblich zur Aufarbeitung der Vergangenheit beigetragen. Mit der Möglichkeit zur Akteneinsicht sei zudem eine unverzichtbare Grundlage für den Rechtsanspruch von Unrechtsopfern auf Rehabilitation gelegt worden.

Caffier erinnerte auch daran, dass sich der Theologe schon zu DDR-Zeiten für die Wahrung der Bürgerrechte stark gemacht habe. „Ob als Pastor der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, als Leiter der Kirchentagsarbeit Mecklenburgs, als Abgeordneter der Volkskammer oder als Beauftragter der Stasi-Unterlagen: Joachim Gauck hat sich nie gescheut, Unrecht beim Namen zu nennen. Seine Verdienste haben die positiven Entwicklungen Mecklenburg-Vorpommerns nachhaltig mitgeprägt. Der Vorschlag, Joachim Gauck zum Ehrenbürger der Hansestadt Rostock zu ernennen, ist unterstützenswert“, betonte Caffier

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