Jetzt spricht der Staatsanwalt: So lief Japkes Festnahme

svz.de von
07. Juni 2012, 10:27 Uhr

Rostock | Die Verhaftung von Ostseewelle-Star Marcus Japke schlägt deutschlandweit hohe Wellen. Überall diskutieren die Menschen: War es wirklich notwendig, den Moderator während seiner laufenden Sendung festzunehmen? Jetzt spricht in den NNN Oberstaatsanwalt Andreas Gärtner und erklärt, wie Japkes Verhaftung wirklich ablief.

Der Haftbefehl habe bereits am frühen Morgen vorgelegen, aber "angedacht war, ihn nach der Sendung zu verhaften", so Gärtner. Dann allerdings erhielten die Polizisten die Information, dass die letzte Stunde des "Guten Morgens" auf Ostseewelle nicht immer live moderiert werde. "Deswegen sind sie schon um 9.30 Uhr hingefahren und haben sich im Funkhaus vorgestellt", sagt Gärtner. Japke sei daraufhin von den Ostseewelle-Mitarbeitern informiert worden und aus dem Studio gekommen. Konfrontiert mit den Vorwürfen, habe er das Funkhaus direkt und aus freien Stücken mit den Beamten verlassen. "Hätte er zu Ende moderieren wollen, hätte er das gedurft", sagt Gärtner.

Er stellt klar: "Die Polizisten haben das Studio nicht gestürmt." Im Gegenteil sei die ganze Aktion sehr ruhig und sachlich abgelaufen. Von einer Inszenierung könne daher keine Rede sein. Anlass für die Verhaftung sei allein der Vorwurf gewesen, Japke habe in den Jahren 2005 und 2006 eine damals 12- beziehungsweise 13-Jährige wiederholt sexuell missbraucht. Dafür hatten sich Zeugen bei der Polizei gemeldet. "Wir gehen derzeit von Taten im zweistelligen Bereich aus", sagt Gärtner.

Dass der Moderator auch Gewinnspiele manipuliert haben soll, sei zwar auch bekannt, "aber bislang durch keine Tatsachen unterlegt gewesen", so der Oberstaatsanwalt. Dazu laufe derzeit noch ein gesonderter Prüfvorgang. Auch eine Privat insolvenz, die Japke durch Falschangaben zu seinem Vermögen verschleppt haben soll, habe keine Rolle bei der Verhaftung gespielt. In diesem Zusammenhang hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Häuser in der Region Rostock, Berlin und Köln durchsucht.

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