Jetzt gilt Schritttempo: Stadt bremst Straßenbahnen aus

<strong>Vor dem Rathaus</strong> müssen Straßenbahnen ab sofort langsam fahren. Dass sie dort überhaupt  fahren dürfen, ist eine  Ausnahme.<foto>Georg Scharnweber</foto>
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Vor dem Rathaus müssen Straßenbahnen ab sofort langsam fahren. Dass sie dort überhaupt fahren dürfen, ist eine Ausnahme.Georg Scharnweber

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21. März 2013, 07:25 Uhr

Stadtmitte | Auf Rostocks Neuem Markt gilt für Straßenbahnen und Busse künftig Schrittgeschwindigkeit. Das sieht die Straßenverkehrsordnung für diesen Bereich vor. Eine bis Februar befristete Ausnahmeregelung, die in der dortigen Fußgängerzone eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde erlaubte, wurde nicht verlängert. Grund: "Dafür fehlt leider die erforderliche Ermächtigungsgrundlage in der Straßenverkehrsordnung", teilt das Stadtamt mit. Ein Unfallschwerpunkt sei der Neue Markt aber nicht.

Nach Informationen des Stadtamts gilt grundsätzlich: Auf dem Neuen Markt, der in seiner Gesamtheit als Fußgängerzone der Öffentlichkeit gewidmet ist, haben Fußgänger den absoluten Vorrang. Andere zugelassene Fahrzeuge hätten sich unterzuordnen und auf die Fußgänger in besonderer Weise zu achten. Deswegen sei dort auch nur Schrittgeschwindigkeit zugelassen. Es sei schon eine Ausnahme, dass Straßenbahnen und Busse überhaupt dort langfahren dürfen. Der Neue Markt ist die einzige Fußgängerzone in der Hansestadt, wo dies möglich ist.

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hat ihre Fahrer in einer Dienstanweisung rechtzeitig über die Änderung informiert. Seit Februar seien Straßenbahnen und Busse auf dem Neuen Markt nur noch mit fünf bis sieben Kilometern pro Stunde unterwegs, wie RSAG-Sprecherin Beate Langner mitteilt. "Einige Fahrgäste haben bereits nachgefragt. Das fällt schon auf", sagt sie. Auf den Fahrplan von Straßenbahnen und Bussen habe die reduzierte Geschwindigkeit jedoch keine Auswirkungen. Dazu sei die Strecke, auf der Schrittgeschwindigkeit gilt, zu kurz. Bei Fahrgästen und Passanten stößt das neue Tempolimit auf ein geteiltes Echo. Für den 27-jährigen Billy Anders kommt die neue Regelung vor allem älteren Fußgängern zugute. "Sie sind schon benachteiligt", sagt er. Die Rostockerin Erika Hertz ist da anderer Meinung. Für sie stellte die Geschwindigkeit der Bahn vorher keine größere Gefahr dar als jetzt. Aufpassen müsse man immer, egal, wie schnell oder langsam die Bahn unterwegs ist.

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