Jetzt doch: "Stephan Jantzen" geht an den Eigner zurück

Verlassen liegt der Eisbrecher „Stephan Jantzen“ im Rostocker Stadthafen. Der Betreiberverein ist nun endgültig von Bord – die Schlüssel wurden an einen Bevollmächtigten des Eigners übergeben. dabe
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Verlassen liegt der Eisbrecher „Stephan Jantzen“ im Rostocker Stadthafen. Der Betreiberverein ist nun endgültig von Bord – die Schlüssel wurden an einen Bevollmächtigten des Eigners übergeben. dabe

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25. Juli 2012, 08:27 Uhr

Stadtmitte | Das Gezerre um den Eisbrecher "Stephan Jantzen" hat ein Ende: Am Dienstag schickte der amerikanische Schiffseigner Paolo Zampolli völlig überraschend einen Vertreter in die Hansestadt - nachdem er zuvor zwei Übergabetermine mit dem Betreiberverein hatte platzen lassen. Rostocks Hafenkapitän Gisbert Ruhnke bestätigte gestern, dass das Schiff inzwischen offiziell an den Eigner zurückgegeben wurde. Die Schlüssel übernahm der Schiffsingenieur Maisberger, der E-Mails von Zampolli als Legitimation vorlegte. Er ist Ruhnke zufolge nun auch an Bord.

Doch gestern meldete sich auch der mutmaßliche neue Kapitän der "Stephan Jantzen", Kai Gunther Lehmann, zu Wort. Er hat große Pläne mit dem Eisbrecher. "Ich bin der Kapitän der ,Stephan Jantzen’. Ich bin ebenso der Generalbevollmächtigte des Eigentümers", so Lehmann. Bisher hatte die Interessengemeinschaft "Stephan Jantzen" das Schiff als Museum bewirtschaftet. In den vergangenen Wochen gab es Unstimmigkeiten zwischen Eigner und Verein. Inzwischen sagt Lehmann, dass der Verein das Schiff nie wieder in die Hände bekommen soll. Die Mannschaft sei unfähig. "Diese Leute haben auf unserem Schiff DDR-Revival-Veranstaltungen abgehalten, was wir auf keinen Fall weiter dulden werden", sagt er.

Vereinsmitglieder halten Lehmann indessen für dubios. Auf seinem Facebook-Profil inszeniert er sich als Seebär, schreibt über sich selbst, dass er "gern Geld mit sinnlosen Schiffs-Projekten verschwendet". Seit Dienstag ziert auch ein altes Foto der "Stephan Jantzen" sein Profil. Zudem präsentiert er online auch eine Bild-Montage von sich, die ihn mit einer Waffe in der Hand zeigt.

Lehmann sucht mittlerweile auch Mitarbeiter für das Schiff. Unter der Überschrift "Decksmann für Traditionsschiff gesucht" steht online eine Anzeige. Darin heißt es: "Das Schiff geht im September in die Werft und wird danach als fahrendes Traditionsschiff in der Ostsee eingesetzt werden." Doch offenbar ist das nicht der einzige Plan, den Lehmann hat. Obendrein soll das Schiff als Botschafter einer der UN angeschlossenen Umweltorganisation fahren. Gleichzeitig soll der Eisbrecher aber auch eine Zukunft in Rostock haben. Lehmann sagt: "Es liegt an der Stadt und am Hafenkapitän, ob wir in Kooperation etwas Besonderes schaffen wollen oder ob wir den Versuch abbrechen, das Schiff für Rostock zu erhalten."

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