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Nach Brandanschlag : Jetzt baut Nicky seinen neuen Imbiss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Pakistaner will Lokal spätestens im Mai wieder eröffnen / 48-Jähriger empfindet große Dankbarkeit für tatkräftige Unterstützung

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Ishtiaq Ahmed Shaikh kann wieder Lachen: Freudestrahlend steht der 48-Jährige im Dummerstorfer Schmiedeweg und zeigt auf jene Stelle, an der er in wenigen Monaten sein Snackpoint-Lokal wieder eröffnen möchte. Seine Gestik und Mimik verraten es: Fassen kann der Pakistaner, dessen Existenz bei einem Brandanschlag vor knapp anderthalb Jahren vernichtet wurde, immer noch nicht.

Rückblick: Am 31. Oktober 2013 vernichten Flammen den Imbiss von Ishtiaq Ahmed Shaikh, den alle im Ort nur Nicky nennen. Der Snackpoint und ein weiteres Lagergebäude in der Gustav-Fröhlich-Allee brennen fast bis auf die Grundmauern nieder. Besonders tragisch: Nur Wochen zuvor hatte der Pakistaner seine Geschäftsräume nach einer Sanierung wieder eröffnet. Eine Brandschutzversicherung besaß er nicht. Auf dem Schaden von rund 40 000 Euro blieb er sitzen. „Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen. Ich wusste nicht, wie es weitergehen soll“, sagt der Kavelstorfer rückblickend.

„Heute, mit ein wenig Abstand, sehe ich aber das Positive. Die große Unterstützung ist für mich immer noch unfassbar. In Pakistan hätte es so etwas ganz bestimmt nicht gegeben“, so der 48-Jährige, der seit 1992 in Deutschland lebt. Doch die Gemeinde Dummerstorf stand nach dem tragischen Anschlag hinter dem Imbissbetreiber. Feuerwehrleute, Nachbarn, Freunde und sogar Bürgermeister Axel Wiechmann halfen nicht nur bei den Aufräumarbeiten, sondern sicherten auch für die Zukunft ihre Unterstützung zu. Auch ein Spendenkonto, auf dem rund 6000 Euro zusammengekommen sind, wurde mithilfe der Ostseesparkasse eingerichtet. Dennoch vergingen fast anderthalb Jahre, bis die Bauarbeiten für einen neuen Imbiss beginnen konnten. Behördengänge, Banktermine und nicht zuletzt auch die Erteilung der Baugenehmigung nahmen viel Zeit in Anspruch. „Es ging nur langsam voran, mein Ziel hatte ich aber immer fest vor Augen“, sagt Ishtiaq Ahmed Shaikh.

Vor zwei Wochen wurde schließlich der erste Stein gesetzt. Neues Domizil des Nicky-Snackpoints ist der Schmiedeweg. Zwischen Supermarkt und der neu entstehenden Getränkeland-Filiale begrüßt der Pakistaner bald im Dorfzentrum seine Gäste. Auf 95 Quadratmetern finden dann auch eine große Küche sowie ein Gastraum Platz. Im April oder Mai will der 48-Jährige dann mit einer großen Party gemeinsam mit den Dummerstorfern die Wiedereröffnung feiern. „Es gibt so viele nette Menschen hier. Da kann ich mich gar nicht genug für die Hilfsbereitschaft des gesamten Ortes bedanken“, sagt Ishtiaq Ahmed Shaikh.

 

 

 

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