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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 00:40 Uhr

Syrer in Rostock : „Jeder hier hilft mir“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der junge Syrer Saleh Jamil floh vor dem Krieg in seiner Heimat und will sich nun ein neues Leben aufbauen

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Der, die, das – noch hat Saleh Jamil mit den Tücken der deutschen Sprache so seine Probleme. Aber er lernt schnell, von Tag zu Tag wird sein Wortschatz größer, die Grammatik besser. „Deutsch ist schwer, aber das ist jede Sprache“, sagt der 22-jährige Syrer. Momentan besucht er zusammen mit neun anderen Migranten aus aller Welt einen Sprachkurs. Später will er auf die Universität und Dolmetscher für Arabisch, Deutsch und Englisch werden. Am liebsten in Rostock.

Saleh Jamil hat sich darauf eingestellt, vorerst in Deutschland zu leben – ein Ende des Krieges in seiner Heimat ist nicht in Sicht. Deswegen floh er mit seiner Familie aus Damaskus zum Onkel in die Türkei. Von dort schlug er sich über Griechenland und Italien nach Deutschland durch, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. „Es war sehr schwer, herzukommen“, sagt er. Zumal er auf sich allein gestellt war – seine Mutter, die beiden Brüder und seine Schwester musste er beim Onkel zurücklassen. Die Sehnsucht ist da, aber immerhin gibt es Skype und Whatsapp, um den Kontakt zur Familie aufrecht zu erhalten.

In Deutschland angekommen, wurde Saleh zunächst für einige Monaten in die zentrale Aufnahmeeinrichtung in Horst/Nostorf und dann nach Güstrow geschickt. Von dort durfte er schließlich nach Rostock ziehen. „Hier gefällt es mir viel besser, es gibt mehr Abwechslung, jeder hilft mir“, sagt er. Außerdem konnte er in der Hansestadt früher mit seinem Sprachkurs beginnen. Von Montag bis Freitag hat er täglich fünf Stunden Unterricht. Und Saleh ist hoch motiviert, will möglichst schnell lernen: „Es ist ein machtvolles Gefühl, eine Sprache zu verstehen“, sagt er.

Genau beobachtet hat er auch die deutsche Kultur und dabei schon ein paar Unterschiede zu seiner Heimat festgestellt. „In Syrien ist die Kultur mehr interaktiv, jeder kennt jeden“, sagt er. In Rostock hingegen seien die Menschen reservierter. Auch das deutsche Fernsehprogramm sei mit seinen vielen Shows ganz anders als das in Syrien. Es sei aber ein gutes Training, um gesprochenes Deutsch besser zu verstehen. „Die sprechen sehr schnell, aber ich gewöhne mich langsam dran.“

Ganz auf die Heimat muss Saleh aber nicht verzichten. Zusammen mit seinem Mitbewohner, der sogar aus dem gleichen Ort stammt wie er, selbst, kocht er gerne Gerichte aus Syrien. Die Zutaten dafür bekommen die beiden in einem Spezialitätenladen in Lütten Klein. Außerdem lernt Saleh gerne Kickboxen und hat dafür auch schon einen Club in Lütten Klein ins Auge gefasst. „Ein Freund von mir ist dort Trainer für Muay Thai“, sagt Saleh. Auch Basketball spielen hat es ihm angetan.

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