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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. September 2017 | 18:18 Uhr

Öl-Abwehr : Jeder Handgriff muss sitzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Spektakuläre Öl-Havarieübung im Rostocker Seehafen / 120 Einsatzkräfte sind dabei

Zehn Kubikmeter schweres Heizöl laufen beim Löschen eines Tankers aus. Die Witterungsbedingungen sind so ungünstig, dass der Ölteppich in Richtung Breitling treibt: Diesem fiktiven Szenario haben sich am Sonnabend 120 Einsatzkräfte aus Rostock, Bad Doberan und Güstrow im Rostocker Seehafen gestellt und geprobt, was im Ernstfall zu tun wäre. Dieses Mal ist es nur eine Übung gewesen, doch wenn wirklich Öl ausläuft, enstcheiden Minuten über die Folgen für die Umwelt. Daher muss jeder Handgriff der Ölbekämpfer sitzen.

Die Ölübung wurde vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) und der Hansestadt Rostock organisiert und stand unter dem Motto „Mobile Ölsperre – Seehafen Rostock“. Die technische Leitung hatte das Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt. Die Alarmauslösung und die schnelle Einsatzbereitschaft werden in den unterschiedlichen Einheiten regelmäßig erprobt und waren am Sonnabend keine Bestandteile der Übung. Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Seehafens sowie der Wasserschutzpolizei und der Bundeswehr probten den Ernstfall nach vorgegebenem Szenario. Ziel war es, schnellstmöglich eine Ausbreitung des Öls zu verhindern und mobile Ölsperren auszubringen. Gleichzeitig sollten die Feuerwehr und das THW mit der Aufnahme des ausgetretenen Öls unter Einsatz geeigneter Bindemittel beginnen. Eine Personenkontamination war ebenfalls Bestandteil der Havarie-Übung, schließlich sollten die Einsatzkräfte unter realistischen Umständen trainieren. Dass es letztlich um ein perfektes Zusammenspiel aller Einsatzkräfte geht, wurde von allen Einsatzleitungen und Stalumm-Amtsleiter Hans-Joachim Meier in den Vordergrund gestellt. An verschiedenen Baustellen wird momentan noch gearbeitet, denn die Technik hält sich nicht an die Vorgaben eines Havarie-Kommandos. „Wir brauchen leistungsstarke Schiffe für einen Hafen dieser Größenordnung“, sagt Ralf Gesk, der stellvertretende Amtsleiter vom Rostocker Brandschutzamt. Die Schiffe wären in die Jahre gekommen und die Technik völlig veraltet, so Gesk, der als Technischer Einsatzleiter die Übung begleitete. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV war durch die Abteilungsleiterin für Wasser und Boden, Ute Hennings, vertreten. Auch der Senator für Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock, Holger Matthäus (Grüne), und der Rostocker Hafenkapitän Gisbert Ruhnke überzeugten sich vom Zusammenspiel der einzelnen Formationen. Sie waren mit der Kampagne zur fiktiven Rettung des Seehafens mehr als zufrieden. „Übung macht den Meister“, sagte Matthäus und lobte besonders das Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

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