Jeder dritte begeht Fahrerflucht

Unfall- und Opferzahlen sinken seit fünf Jahren, allerdings gibt es wieder mehr Schwerverletzte. dpa
Unfall- und Opferzahlen sinken seit fünf Jahren, allerdings gibt es wieder mehr Schwerverletzte. dpa

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10. Mai 2013, 05:50 Uhr

Rostock | Die Polizei schlägt Alarm: Beinahe jeder Dritte Unfallbeteiligte in der Hansestadt begeht mittlerweile Fahrerflucht. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Ordnungshüter 1600 Fälle - das sind noch einmal 115 mehr als im Jahr zuvor. "Ein absoluter Negativtrend", sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Insgesamt allerdings stelle sich die Verkehrsunfallstatistik positiv dar. Demnach hat es mit rund 5500-mal deutlich weniger auf Rostocks Straßen gekracht, als noch in den Vorjahren. "2012 ereigneten sich die wenigsten Verkehrsunfälle der vergangenen fünf Jahre", so Hanske.

Tote und Verletzte

Einen absoluten Tiefststand hat auch die Zahl der Todesopfer erreicht. Waren es 2008 noch sechs Menschen, die innerhalb der Rostocker Stadtgrenzen tödlich verunglückten, verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr nur noch zwei Todesopfer. Kontinuierlich gesunken ist auch die Zahl der Verletzten, von rund 870 in 2008 auf 700 in 2012. "Angestiegen ist dagegen die Anzahl der Schwerverletzten", so Hanske. 2012 betrug sie 76 und liegt damit deutlich über den 57 des Vorjahres, aber immer noch unter den 90 Schwerverletzten in 2008.

Ursachen-Hitliste

Unter den Top-Drei der Unfallursachen finden sich Vorfahrtsmissachtung, Alkohol am Steuer und Fehler beim Abbiegen. Daran hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Auch zu dichtes Auffahren ist nach wie vor ein großes Problem. "Die Folgen bei den daraus resultierenden Unfällen sind im Vergleich zu Verkehrsunfällen nach Vorfahrtsfehlern beziehungsweise aufgrund unangepasster Geschwindigkeit aber eher gering", sagt Hanske. Missglückte Überholmanöver nehmen im Stadtverkehr nur eine untergeordnete Rolle ein. Darauf lassen sich nur knapp über ein Prozent der Unfälle zurückführen.

Hauptverursacher

Das Hauptaugenmerk der Polizei liegt nach wie vor auf den Fahranfängern. Denn die Gruppe der bis 25-Jährigen zeichnet für jeden fünften Unfall verantwortlich. "Allerdings zeigt die Entwicklung in der Hansestadt Rostock, dass auch die Altersgruppen der 45- bis 54-Jährigen mit 18 Prozent sowie die 25- bis 34-Jährigen mit 18,42 Prozent auffällig häufig Verkehrsunfälle verursachen", sagt Hanske. Und auch der Anteil der Senioren nimmt zu, bedingt durch die demografische Entwicklung.

Unfallschwerpunkte

Dank einer 2011 eingeführten elektronischen Unfalltypenkarte kann die Polizei ein genaues Verkehrslagebild für Rostock erstellen. Daraus geht hervor, dass es unter anderem am Holbein- und am Vögenteichplatz besonders häufig kracht. Weitere Unfallschwerpunkte bilden die L 22 auf Höhe der Warnowstraße und des Gaffelschonerwegs sowie der Bereich Warnowallee und St.-Petersburger Straße. "Die erkannten Häufungsstellen werden in der Verkehrsunfallkommission besprochen, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr zu finden", sagt Hanske.

Kontrollen

Zusätzlich zu den 111 alkoholisierten Unfallbeteiligten im vergangenen Jahr stoppten Polizisten bei ihren insgesamt fast 660 Kontrollen rund 470 Verkehrsteilnehmer, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Rund 2500 Autofahrer waren ohne Gurt unterwegs, bei knapp 930 Fahrzeugen fehlte der Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung. Darüber hinaus ahndeten die Rostocker Ordnungshüter fast 9000 Halte- und Park- sowie noch einmal rund 630 Rotlichtverstöße.

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