So schmeckt Rostock : Jede Torte ein kleines Kunstwerk

Das Motto von Iris und Matthias Grenzer: Ohne Kuchen,Torten und Gebäck hat das Leben keinen Zweck.
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Das Motto von Iris und Matthias Grenzer: Ohne Kuchen,Torten und Gebäck hat das Leben keinen Zweck.

Iris und Matthias Grenzer leiten das Café Wegner in Warnemünde. Die Spezialität des Hauses: ausgefeilte Kreationen

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09. Juni 2016, 12:00 Uhr

Matthias Grenzer geht zwei Mal zur Arbeit: Seine erste Schicht beginnt um Mitternacht. Um 24 Uhr schließt er die Tür zu seiner Backstube in Marienehe auf. Er ist der Erste. Wie jeden Morgen. „Wir bereiten alles frisch zu“, erklärt er. Bis in die Frühe formt er den Brötchenteig. 3000 Stück gehen im Sommer in die Geschäfte. „Wir haben eine Bäckerei in Kühlungsborn, eine Konditorei in Warnemünde und einen Laden beim Ostseepark in Sievershagen“, listet Grenzer auf. Kurz vor seinem ersten Feierabend übergibt er die Backstube an die Konditoren im Unternehmen. Diese produzieren rund 20 verschiedene Torten am Tag. „Wir unterscheiden uns von anderen Betrieben, weil wir die Sahne beispielsweise noch in Kesseln aufschlagen“, sagt der Inhaber des Café Wegner. „Zehn Jahre lang haben wir mit der Familie Wegner zusammengearbeitet, bevor wir das Glück hatten, das Café übernehmen zu können“, erzählt Matthias Grenzer. Zehn Jahre, in denen er und seine Frau Iris die Rezepte für die Tortenkreationen sowie die herkömmlichen Herstellungsverfahren verinnerlicht haben. „Die Rezepte sind sehr alt. Familie Wegner hat 1970 das Café Meyer übernommen, samt der Rezeptesammlung“, weiß Grenzer. Gegen sechs Uhr in der Frühe steigt er ins Auto und fährt nach Hause. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Tüte voll frischer Brötchen, warm und duftend. „Wir essen immer gemeinsam Frühstück. Anschließend lege ich mich schlafen, meine Frau geht zur Arbeit und die Kinder in die Schule“, erzählt der Bäcker. „Zur Mittagszeit beginnt dann meine zweite Schicht.“

Gerade in der Sommerzeit, in der Jugendweihen, Abibälle und auch jede Menge Hochzeiten anstehen, seien die Öfen im Dauerbetrieb. „Sonnabend ist unser Kampftag. Da sind wir zusätzlich mit einem Wagen auf dem Markt in Lichtenhagen unterwegs“, sagt Grenzer. Bei größeren Aufträgen, die viel Zeit und Geduld erfordern, würden auch die Kinder mitanpacken. „Zur Weihnachtszeit beliefern wir beispielsweise einige Kindergärten mit Lebkuchenstiefeln, die dann vor Ort von den Knirpsen dekoriert werden“, beschreibt Grenzer.

„Eine besonders große Verantwortung tragen wir bei Hochzeitstorten“, ergänzt seine Frau. „Da darf nichts schief gehen. Vor allem übergroße Torten für 100 bis 120 Gäste sind immer wieder spannend.“ Bis zu 150 Kilometer pro Tour fährt das Paar, um die Meisterstücke auszuliefern. „Manchmal bekommen wir auch Dankesbriefe und Hochzeitsbilder zugeschickt. Das ist dann auch für uns sehr emotional“, sagt Iris Grenzer. Für ein befreundetes Paar hätte Matthias Grenzer sogar einmal acht Stunden in der Küche gestanden, um die Profile beider mit Schokolade auf eine Baiserhaube zu zeichnen. „Gerade die Dekorationen erfordern viel Feingefühl“, weiß der Café-Inhaber, der selbst aus einer Bäcker-Familie stammt. „Uns gehörte einst die Bäckerei Rehberg am Kabutzenhof“, erzählt Grenzer. „Mein Opa hat noch mit 67 die Backstube geschmissen. Nachdem ich als Bäcker auf der ,Gorch Fock’ war, habe ich Opas Geschäft übernommen.“ Auch wenn Grenzer bereits damals Torten gezaubert hat, musste er für die Rezepte von Wegner beziehungsweise Meyer einige Übungsstunden ableisten. „Das Konditorenhandwerk ist etwas ganz Besonders. Jede Torte ist ein kleines Kunstwerk“, betont Grenzer.

Dabei seien er und seine Frau selbst keine großen Naschkatzen. „Wir mögen es lieber deftig. Uns kann man mit einem Steak ködern“, verraten die Backprofis. „Das heißt nicht, dass wir unsere Torten nicht mögen.“ Während Matthias Grenzer gerne zur Marzpian-Nuss-Torte greift, präferiert seine Frau Mango- oder Champagner-Sahne. „Wichtig ist immer, dass man das rausschmeckt, was drin steckt. Dafür arbeiten wir gänzlich ohne Konservierungsstoffe“, verrät Grenzer.

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