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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 02:30 Uhr

Försterei : Jagdreviere in neuer Hand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Etwa 80 Prozent der Pachtverträge neu vergeben. Heinz Schmidt aus Roggentin hängt nach 24 Jahren Waffe an den Nagel.

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 12:00 Uhr

In den Jagdbezirken des Landkreises Rostock hat sich ein Wandel vollzogen. Zahlreiche langjährige Pachtverträge sind bis 31. März ausgelaufen. Rund 80 Prozent der Bezirke wurden neu vergeben, heißt es aus der Unteren Jagdbehörde des Landkreises. Einer, der sein Revier mit diesem Datum in andere Hände übergeben hat, ist Heinz Schmidt. Seit 24 Jahren war der 75-Jährige Jagdpächter in der Gemeinde Roggentin sowie zuständig für Kösterbeck und Fresendorf. „Etwa 500 Hektar war mein Revier groß“, sagt Heinz Schmidt, der in unmittelbarer Nähe dazu in Roggentin lebt. 56 Jahre lang war er als Jäger aktiv, bis er Ende März seine Waffe in die Ecke stellte.

Seine Aufgaben als Jäger sah der Roggentiner stets in der Hege der Wildtiere sowie im Naturschutz. „Mein Revier war ein Feldrevier, das landwirtschaftlich genutzt wird“, erzählt Schmidt. Rehwild, Hase, Fuchs, Marderhunde und Niederwild leben hier. „Während meiner Zeit als Pächter habe ich als Rückzugsmöglichkeit für die Tiere Hecken gepflanzt und Hochsitze errichtet“, erinnert sich der 75-Jährige. Aber auch die Beseitigung von verunfalltem Wild und die Bekämpfung von Krankheiten bei den Wildtieren lagen in der Verantwortung des Jagdpächters. „Auffällige Tiere habe ich dann zur Untersuchung in die Tierklinik gebracht“, sagt der Roggentiner.

Ein Problem, das Schmidt und seinen Kollegen vermehrt zusetzt, ist der Schutz der Tiere. Durch den Anstieg der Eigenheime und Hundebesitzer in und um ihre Reviere werden diese als Naherholungsgebiet auch mehr frequentiert. „Viele gehen hier mit ihren Hunden spazieren, lassen sie frei laufen, obwohl es verboten ist. Darauf muss man sich einstellen“, sagt der Jäger. „Ich war immer darauf bedacht, ein gutes Verhältnis zu den Leuten zu wahren und habe sie dann höflich darauf hingewiesen.“ Denn der 75-Jährige weiß um den schlechten Ruf der Jäger.

Ebenfalls Sorgen bereitete Schmidt die Entwicklung der Population des Wildes in seinem landwirtschaftlich bewirtschafteten Revier. „Etwa 30 Rehe leben in dem Gebiet. Es müssten aber 60 bis 80 sein.“ Und auch der Rebhuhnbestand konnte sich nicht vergrößern. „Ich hab hier zwei bis drei Paare, die brüten, aber durch den Mangel an Schutz vor Raubvögeln wurden es nie mehr“, sagt Schmidt.

2015 waren etwa 70 Prozent der über 465 Jagdbezirke im Landkreis (Gesamtfläche etwa 303 000 Hektar) verpachtet.

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