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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 11:59 Uhr

Warnemünde : Ist das Humor oder kann das weg?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Umstrittenes Postkartenmotiv sorgt im Ostseebad für Wirbel

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Ist das in Zeiten, in denen Tausende Menschen – Muslime, Christen, Andersgläubige – vor Gewalt, Terror und Elend auch an die Ostseeküste fliehen, witzig? Im Ostseebad sorgt ein Postkartenmotiv für Wirbel, das offensichtlich mit der Angst vor Überfremdung spielt. Der Urheber: Ekkeheart Gurlitt, Großcousin des verstorbenen Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt.

Er sagt: „Auf der Rückseite steht doch ganz klar geschrieben: Achtung! Reiner Humor!“. Aus seiner Sicht lasse dieser Hinweis keinen Interpretationsspielraum zu. „Humor darf ruhig ein bisschen bissig oder sozialkritisch sein“, sagt Gurlitt, der eigenen Angaben zufolge als Fotograf in Barcelona arbeitet. Auf seiner Homepage finden sich noch zahlreiche weitere Postkartenmotive der MV-Ostseeküste. Teils zeigen sie die Seebäder oder schlicht Natur, seine „Funcards“ dagegen in der Regel Busenmädchen mit einem Spruch dazu. „Ich verkaufe seit nunmehr 23 Jahren humorvolle und landschaftlich reizvolle Postkarten auf Rügen, Usedom, Hiddensee, Fischland/Darß und Rostock“, so Gurlitt.

Für seine Klimawandel-Karte kann Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU) allerdings nur wenig Verständnis aufbringen. „Wenn man auf den Klimawandel anspielt und darauf, dass wir südlicheres Wetter und Palmen bekommen, ist dagegen nichts zu sagen. Aber wenn ein Motiv eine politische Aussage beinhaltet, ausländer- und flüchtlingsfeindlich wird, laufen wir als Ortsbeirat Amok“, sagt er. „In Warnemünde hat so etwas keine Chance und nichts zu suchen. Wir sind weltoffen und tolerant und so wird es auch bleiben.“ Aus seiner Sicht habe Gurlitt in diesem Fall schlichtweg „in die Schüssel gegriffen“.

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