Bauvorhaben : Investoren konkretisieren Pläne

Auf einen Blick: So soll das mögliche neue Wohngebiet in Diedrichshagen gestaltet sein. Es sieht einen großen Grünanteil vor. Die jeweiligen Parzellen sind immer verbindlich in Baugrundstück und Grünfläche unterteilt, die auch unterschiedliche Kaufpreise haben. Bei den Mietwohnungen, die die Wiro errichten und betreiben wird, befinden sich sich die Auto-Stellflächen unter der Erdkuppel.  Grafik: Bauherren
Auf einen Blick: So soll das mögliche neue Wohngebiet in Diedrichshagen gestaltet sein. Es sieht einen großen Grünanteil vor. Die jeweiligen Parzellen sind immer verbindlich in Baugrundstück und Grünfläche unterteilt, die auch unterschiedliche Kaufpreise haben. Bei den Mietwohnungen, die die Wiro errichten und betreiben wird, befinden sich sich die Auto-Stellflächen unter der Erdkuppel. Grafik: Bauherren

Wohnen im Schutzgebiet Diedrichshäger Land: 140 Grundstücke sollen eingeschränkt bebaut werden. Bürgerschaft stimmt morgen ab. #wirkoennenrichtig

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09. Mai 2017, 08:00 Uhr

Zur morgigen Sitzung der Bürgerschaft legt Investor Jens Gienapp einen verfeinerten Plan für ein Wohnviertel im bisherigen Schutzgebiet Diedrichshäger Land vor. Deren Mitglieder entscheiden über eine mögliche Freigabe des Gebiets. Ein Schreiben inklusive Visualisierung sei ihnen offengelegt worden, bestätigt Gienapp auf Anfrage: „Ja, diese Unterlagen haben wir verschickt.“ Der Ortsbeirat befasst sich schon heute erneut mit dem Thema.

Gienapp erklärt, ihm gehe es darum, falsche Behauptungen auszuräumen. „Es gibt klare Festlegungen für die Gestaltung der Grundstücke. Die dürfen nur zu seinem klar festgelegten Teil bebaut werden“, sagt er. Konkret seien dies 600 von 1000 Quadratmetern. Der Rest der jeweiligen Parzelle würde verbindlich als Grünfläche ausgewiesen. „Deshalb gibt es auch die unterschiedlichen Preise, die verbindlich sind – 220 Euro pro Quadratmeter für das Baugrundstück und 35 Euro pro Quadratmeter für die Grünfläche“, sagt Gienapp. Vorgesehen seien maximal 140 Grundstücke, die zusammen mit der Wiro entwickelt werden sollen.

Zudem seien neben einem bereits bestehenden Biotop zwei neue geplant. Ringsherum im Wohngebiet werde es einen frei zugänglichen Wander- und Radfahrweg geben. Ebenfalls öffentlich zu nutzen sei ein Treffpunkt mit Bänken und einer Feuerschale. „Es wird definitiv keine Ferienwohnungen geben. Diese Nutzung ist ausgeschlossen“, erklärt Gienapp. Er setze sich für das Wohngebiet ein, da es nach seiner Überzeugung den Bedürfnissen vieler Rostocker gerecht werde. Seine Ostsee-Golf-Resort-Entwicklungs GmbH hatte die Fläche zwischen Golfplatz und Stolteraer Weg 2013 gekauft – in der Hoffnung auf eine Ausweisung als Baugebiet.

Derzeit sind die 35 Hektar noch als Landschaftsschutzgebiet gekennzeichnet, werden als hochwertige Ackerfläche genutzt. Für eine Bebauung mit Häusern müsste dieser Status aufgehoben werden. Aus Sicht des Rathauses wäre das kein Problem. Der dafür notwendige Nachweis überwiegenden öffentlichen Interesses sei mit einem Gutachten zum Bedarf an ostseenahem Wohnen erbracht. Das mit der Studie beauftragte Büro Empirica AG kommt zu dem Schluss, dass in Ostseenähe Flächen für bis zu 140 Ein- und Zweifamilienhäuser pro Jahr benötigt werden. Derzeit gebe es aber nur Platz für 100 Wohneinheiten – je zur Hälfte Auf dem Kalverrad in Lichtenhagen und Am Laakkanal in Groß Klein. Bezogen auf die gesamte Hansestadt würden bis zum Jahr 2035 sogar Flächen für mehr als 3700 Ein- und Zweifamilienhäuser fehlen. Laut Verwaltung müsse es „Ziel sein, auch und insbesondere ostseeaffine Haushalte in der Stadt zu halten“, erklärt sie in der Vorlage für die Bürgerschaft. Zuletzt habe Rostock aufgrund fehlender Angebote jährlich rund 240 Einwohner an Elmenhorst/Lichtenhagen, Nienhagen und Börgerende-Rethwisch verloren.

Gegen das aktuelle Vorhaben hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Sie will die Bebauung des Gebiets mit einer Petition verhindern, für die sie rund 2000 Unterschriften gesammelt hat. Damit sich die Bürgerschaft nochmals mit dem Thema befasst, werden 4000 benötigt.

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