Glatter Aal : Investor plant um

Die glatte Fassade soll nun durch Vor- und Rücksprünge aufgelockert werden.  Grafik: copyright Randalswood Germany Gmbh
Die glatte Fassade soll nun durch Vor- und Rücksprünge aufgelockert werden. Grafik: copyright Randalswood Germany Gmbh

Nach heftiger Kritik will die Randalswood Germany GmbH mehr festen Wohnraum schaffen und die Fassadengestaltung auflockern

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02. September 2015, 15:00 Uhr

Der Glatte-Aal-Investor, die Randalswood Germany GmbH, bessert nach: Bis zum 21. September will sie Änderungen an der Fassade, Statik und Nutzung vorschlagen. Das sicherte Unternehmensvertreter Denis Madden gestern im Bauausschuss der Bürgerschaft zu. Vorausgegangen war massive Kritik aus dem Ortsbeirat Stadtmitte und den städtischen Ämtern.

Nun sollen Vor- und Rücksprünge die bisher eintönigen, glatten Fassaden der beiden großen Baukörper östlich und westlich der Buchbinderstraße auflockern. Außerdem seien Änderungen der Dachformen, Sprünge in den Brüstungen und vor allem die Umwidmung eines Teils der 266 geplanten Boardinghouse-Betten zu Miet- oder Eigentumswohnungen denkbar. „Diese Umnutzung können wir uns auch für Teile des Fitnesscenters vorstellen“, sagt Madden. Zum Teil seien diese Änderungen bereits beantragt. Zu anderen Punkten sei die Feinabstimmung mit den Ämtern weit fortgeschritten. Grundlegende Änderungen an den Gebäuden allerdings würden vertraglich festgeschriebene Fristen verhindern.

Der Bauausschuss vertagte die Abstimmung über das 100-Millionen-Euro-Projekt gestern. Die Mitglieder wollen stattdessen in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Ortsbeirat Stadtmitte am 29. September ihr Votum abgeben. Eine echte Wahl haben sie dabei allerdings nicht. Ralph Müller, Leiter des Amts für Stadtplanung: „Planungsrechtlich ist der Bauantrag zulässig.“ Die Hansestadt sei daher auf die Bereitschaft des Investors angewiesen. Müller: „In dieser Innenstadtlage hätten wir uns eine kleinteiligere Bebauung gewünscht, müssen aber gucken, was einforderbar ist.“ Heftige Kritik übte auch Bauausschussmitglied Helge Bothur (Linke): „Diese Blöcke erinnern an die sozialistische Architektur der 1970er-Jahre. Die Rostocker haben deutlich gesagt: So nicht.“ Natürlich könne Randalswood seinen bisherigen Bauantrag vor Gericht durchsetzen, aber Rostock verdiene ein qualitativ hochwertiges Rosengarten-Center. Und das habe Randalswood noch nicht geliefert. Erhard Sauter (SPD), ebenfalls Mitglied im Ausschuss, pflichtet ihm bei: „Dieser Entwurf hat nichts hanseatisches, das kann man so auch in Berlin oder München hinstellen.“

Nach dem bisherigen Plan von Randalswood sind im Gebäude östlich der Buchbinderstraße Gastronomie, ein Hotel mit 258 Betten, ein Boardinghouse mit 236 Betten und 1392 Quadratmeter Einzelhandelsfläche vorgesehen. Auf der Westseite sollen ein Fitnesscenter, 30 Boardinghouse-Betten, 474 Quadratmeter Gewerbe, 5317 Quadratmeter Einzelhandel sowie 518 Parkplätze auf zwei Ebenen entstehen.

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