Rostock : Insect beschützt Fahrräder

Martin Jäger bringt den Prototyp an: eine Weltneuheit aus Rostock.
Martin Jäger bringt den Prototyp an: eine Weltneuheit aus Rostock.

Junge Unternehmer aus Rostock stellen sich und ihre Erfindung auf der Internationalen Eurobike-Messe vor.

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21. August 2015, 12:00 Uhr

Die Eurobike ist als weltweite Leitmesse ein Fixpunkt im Kalender der Fahrradindustrie. Anbieter und Entwickler aller Kontinente sind auch dieses Jahr vom 26. bis 29. August in Friedrichshafen am Bodensee vor Ort und mittendrin, an Stand 104 im Foyer Ost – die Fahrradjäger aus Rostock. Und: Sie stellen nichts anderes vor als eine Weltneuheit – entwickelt in Rostock.

Insect heißt ihre Art Alarmanlage fürs Rad. Gerade vor der Messe wurde es fertig. „Insect ist der Aufpasser im Hintergrund“, sagt Martin Jäger, Geschäftsführer und Projektentwickler der Fahrradjäger. Angebracht an zwei kleine Löcher im Rahmen, die sonst für den Getränkehalter gedacht sind, merkt der flache Alukörper, wenn er bewegt wird. „Die Sensibilität lässt sich einstellen“, sagt Steffi Wulf aus dem Team, sodass Insect erst ab einem Meter reagiert und nicht, wenn nur jemand am Nebenrad ruckelt. Insect merkt, wenn es gestohlen ist und gibt permanent Signale ab – Licht und Ton, aber auch Bluetooth-Signale.

Haut ein Dieb dennoch damit ab, kann es so lokalisiert werden. Jeder, der die kostenlose Fahrradjäger-App hat, und 100 Meter vom Rad entfernt ist, bekommt eine Meldung auf das Handy und kann einschreiten. „Wer das Fahrrad lokalisiert“, sagt Steffi Wulf, „bekommt automatisch einen Teil des Finderlohns“. Wer hilft, es zum Eigner zurückzubringen, erhält den größten Teil. „Es ist ein System, das den Gemeinschaftsgedanken lebt“, sagt Jäger, „es vernetzt Fahrradfahrer“.

Am besten funktioniere Insect, wo 33 Menschen pro Quadratkilometer die App nutzen. Zum Vergleich: In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, dem wohl fahrradreichsten Viertel Rostocks, leben 5254 Menschen pro Quadratkilometer.

Anfang 2016 geht Insect auf den Markt, ab der Messe kann vorbestellt werden. Angefangen hatten die Fahrradjäger mit ihrer Homepage für Fahrradfahrer, die dort ihre gestohlenen Räder registrieren können und mit anderen Nutzern suchen. Mehr als 200 Räder gingen so schon an ihre Besitzer zurück. Dazu kamen Sicherheitsaufkleber, die App. Insect geht noch mal einen Schritt weiter und setzt auch die Vorstellungen der Crowd um. Die konnten online ihre Vorstellungen mit einbringen – zu Design, Funktionalität, sogar Preis. Das kommt an. Neben dem Crowdfunding, einer Sammelspende über das Internet, investierte als Hauptsponsor die Westfälische Provinzial Versicherung mit Sitz in Münster.

Die Suche nach Investoren geht für das Team aus Steffi Wulf, den Programmierern Benjamin Krüger, Tobias Schwarz sowie Mediendesigner Hannes Heuermann trotzdem weiter. Schließlich haben sie viel vor. Dafür suchen sie auch noch einen zweiten Mediendesigner – alles für die große Jagd nach den Fahrrädern.

Information im Internet unter www.fahrradjaeger.de

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