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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 12:25 Uhr

Platznot : Ins Werftbecken abgeschoben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ausweichliegeplätze für die „Krusenstern“ und die „Sedov“: Russische Großsegler liegen bei Nordic Yards – und könnten ihre Teilnahme deswegen künftig absagen.

von
erstellt am 09.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Sie liegen weit ab vom Besucherstrom – zwei der größten und interessantesten Segelschiffe auf der Hanse Sail. Sowohl die „Krusenstern“ als auch die „Sedov“ verweilen im Becken der Nordic Yards-Werft. Wer die Schiffe von Nahem sehen möchte, benötigt eine Bordkarte. Ansonsten heißt es: „Betreten des Werftgeländes verboten.“

Wegen ihres Tiefgangs und ihrer Abmessung können die beiden russischen Viermaster weder im Stadthafen noch im Marinehafen festmachen. „Dankenswerterweise können die ,Sedov’ und die ,Krusenstern’ bei Nordic Yards liegen. Dort sind sie gern gesehene Gäste, aber sie liegen eben außerhalb des Publikumsbereiches und damit eigentlich hinterm Zaun“, so Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt. „Wir brauchen vor allem in Warnemünde dringend neue Liegeplätze für die Großschiffe, wenn wir die Veranstaltung weiterentwickeln wollen“, sagt er weiter.

Aufgrund der positiven Entwicklung des Kreuzfahrtstandortes Warnemünde hätte sich für die Hanse Sail eine unbefriedigende Situation herausgebildet: „Im Moment sind die Hanse Sail und die Kreuzfahrt schwierig unter einen Hut zu bringen – hier gibt es Handlungsbedarf. Findet keine Entwicklung statt, meiden Windjammer wie die ,Krusenstern’ und die ,Sedov’ künftig die Hanse Sail“, betont Bellgardt.

Die Schiffe seien schließlich nicht nur interessiert daran, mit Gästen zu segeln, sondern sich auch im öffentlichen Bereich zu zeigen. „Eine Präsentation ist bei Nordic Yards nur eingeschränkt möglich“, verdeutlicht Bellgardt.

Die Hansestadt Rostock müsse handeln. „Wir sind dabei, die Mittelmole zu entwickeln. Dazu gehört auch die Entwicklung des Werftbeckens. Gespräche mit Nordic Yards-Eigner Witali Jussufow laufen bereits, um den Bereich für Publikumsverkehr zu öffnen“, sagt Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Dabei gehe es um die Brachflächen, die sich auch auf dem Werftgelände befinden. „Wir verhandeln mit Jussufow, um diese Flächen zu bekommen. Sowohl wir als Hansestadt als auch Jussufow als Werfteigner würden von der Umgestaltung profitieren. Beiden schadet es nicht, wenn der Standort in aller Munde ist“, so Matthäus.

Bei der Umgestaltung des Werftbeckens soll es aber in erster Linie um einen möglichen Ausbau von Anlagen für die Kreuzfahrtindustrie gehen. „Zur Hanse Sail müssten diese Liegeplätze auch von den Großseglern belegt werden“, meint Matthäus. Immerhin sei die maritime Großveranstaltung von großer Bedeutung für die Hansestadt Rostock. „Uns kann kein schöneres Werbegeschenk als die Hanse Sail in den Schoß fallen. Sie ist ein schickes Aushängeschild für die Stadt, das von uns geputzt und gepflegt werden muss“, stellt der Senator klar.

Obwohl die großen russischen Windjammer an der Werftkante liegen, ist die „Sedov“ heute von 10 bis 16 Uhr für Besucherverkehr geöffnet.

 

 

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