Medizin : Initiative ruft zur Spende auf

„Jeder sollte einen Organspendeausweis haben“, finden Prof. Frank Feyerhand von der Uni Greifswald, Dr. Andreas Crusius von der Ärztekammer Rostock, Frank Ahrend von der AOK Nordost und Dr. Frank-Peter Nitschke, Vorsitzender der Initiative Transplantationsmedizin MV (v. l.).
„Jeder sollte einen Organspendeausweis haben“, finden Prof. Frank Feyerhand von der Uni Greifswald, Dr. Andreas Crusius von der Ärztekammer Rostock, Frank Ahrend von der AOK Nordost und Dr. Frank-Peter Nitschke, Vorsitzender der Initiative Transplantationsmedizin MV (v. l.).

Ärzte und Krankenkassen wollen mehr Transparenz in Transplantationsmedizin

svz.de von
10. Dezember 2013, 20:29 Uhr

Die Bereitschaft zur Organspende nimmt ab. Grund seien in erster Linie Transplantations-Skandale an deutschen Kliniken, die zu einem großen Vertrauensverlust innerhalb der Gesellschaft geführt hätten. „Mecklenburg-Vorpommern hat es in der Vergangenheit stets geschafft, einen Spitzenwert bei der Organspende zu erreichen. Das ist nicht mehr so“, sagt Dr. Andreas Crusius von der Ärztekammer Rostock.

Um dieser Negativ-Tendenz künftig entgegenwirken zu können, wurde gestern die Initiative Transplantationsmedizin Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Die Ärztekammer des Landes will gemeinsam mit den Universitätskliniken Rostock und Greifswald, der AOK-Krankenkasse und engagierten Medizinern das Image der Organspende aufpolieren.

„Wir müssen eine Transparenz der Prozesse herstellen und über die Wichtigkeit der Organspende aufklären“, sagt Dr. Frank-Peter Nitschke, Vorsitzender der Initiative. „Die Versorgung von Patienten mit Organen und Gewebe muss sich verbessern.“

Momentan würden täglich etwa fünf Prozent aller Menschen sterben, die auf ein Organ warten. Und das nur, weil „die Bereitschaft der Organspende zu gering ist“. Mit Schulprojekten, einer Vernetzung aller Transplantationsbeauftragten in MV sowie durch Tagungsrunden und Seminare will die Initiative Transplantationsmedizin wieder mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Organ- und Gewebespende lenken. „Es ist wichtig, dass die Leute den Tod nicht verdrängen, sondern sich mit dem Thema auseinandersetzen. Momentan sagen nur 20 Prozent, dass sie bereit seien, zu spenden“, betont Andreas Crusius. Ein wichtiger Fakt sei in diesem Zusammenhang die Aufklärung, nicht nur von Patienten, sondern auch von potenziellen Spendern. „Das Thema Organspende sollte in jeder Familie auftauchen. Immerhin geht es darum, Todgeweihten eine zweite Chance zu geben“, findet Andreas Crusius.

Das einzige Transplantationszentrum in MV befindet sich an der Rostocker Universitätsmedizin. Dort werden Nieren, Lebern und Bauchspeicheldrüsen transplantiert.

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