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23. November 2017 | 02:58 Uhr

Initiative macht Angebot für Veranden

vom

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2013 | 07:55 Uhr

Warnemünde | Der Veranda-Streit geht in die nächste Runde. Jetzt hat sich der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone, eingeschaltet. In einem Schreiben fordert er Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) dazu auf, der Bürgerinitiative entgegenzukommen und auf deren Vorschlag einzugehen. 19 bis 120 Euro pro Quadratmeter sind die Warnemünder bereit, für ihre Veranden zu zahlen. "Bei diesen Preisen haben wir uns an städtischen Flächen orientiert", sagt Architekt Helmut Bach von der Bürgerinitiative.

Bislang fordere die Stadtverwaltung zwischen 500 und 1500 Euro und orientiere sich dabei an den Bodenrichtwert. Dieser ergibt sich aus dem Wert der Baugrundstücke, die an die Veranden angrenzen. Bürgerbeauftragter Crone bezweifelt, dass dieser Richtwert einfach auf die Veranden übertragen werden könne. Hilfsweise empfiehlt er der Stadt, statt überteuerter Nutzungsentgelten Überbaurenten zu erheben. Diese werde dann fällig, wenn ein Gebäude über die Grenze hinaus errichtet wird und der Eigentümer - die Stadt - danach nicht unmittelbar Einspruch einlegt. Der Erbauer hat somit eine Entschädigung an den Besitzer zu entrichten. Da sich die Überbaurente nach dem Verkehrswert zum Zeitpunkt der Grenzüberschreitung ergibt, liegt der Wert weit unter dem vorgeschlagenen Preiskorridor der Bürgerinitiative. "Daher hoffen wir, dass sich der Oberbürgermeister auf unseren Korridor einlässt. Bisher haben wir aber noch keine Resonanz erhalten", so der Architekt. Drei Wochen gibt die Initiative Methling Zeit, Stellung zu beziehen. Eine Woche sei bereits verstrichen.

Im Grunde stehe der Stadt gar nichts zu, da die ersten Veranden bereits vor mehr als 100 Jahren errichtet wurden und bisher keine Ansprüche angemeldet wurden. "Nach dieser langen Zeit sollten die Bevorteilten doch annehmen können, dass keine Kosten mehr auf sie zukommen", so Bach. Zudem seien die Veranden nach Denkmalschutzrichtlinien ordnungsgemäß errichtet worden. Besonders in der Gestaltungssatzung seien die baulichen Anlagen im Ortskern Warnemünde hervorgehoben. Auch Bürgerbeauftragter Crone verweist darauf, dass in verschiedenen Schriften des Denkmalpflegeamtes der Hansestadt Rostock auf die Erhaltung der Veranden und deren besonderen Bedeutung hingewiesen wird.

Trotzdem wollen die Warnemünder die insgesamt 236 Veranden, die sich auf städtischem Grund und Boden befinden, nicht entgeldlos haben. "Deshalb bieten wir den Preiskorridor an", sagt er. Nach jahrelangen Streitereien wollen die Bürger endlich ein Ende haben. "Zwei Parteien haben ihr Haus bereits verkauft. Sie konnten einfach nicht mehr", so Bach. Mit ihrem Vorschlag hofft die Bürgerinitiative, gerichtliche Einzelstreitverfahren zu umgehen.

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