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Ökosystem : Info-Tag im Stadthafen: Wie geht es der Ostsee?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Forschungseinrichtungen aus ganz MV stellen aktuelle Zahlen vor und präsentieren ihre Arbeit

Wie steht es um die Ostsee und die Fische, die in ihr leben? Stimmen die Gerüchte von giftigen Blaualgen, Quallenplagen oder verschmutztem Wasser? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Urlauber, sondern auch die Anwohner, die Mitarbeiter des Fischhandels und die Tourismus-Branche. Um den Menschen der Region ein umfassendes und aktuelles Bild vom Ökosystem Ostsee zu vermitteln, haben die vier wichtigsten Institute rund um die Forschung aller Bereiche gestern einen Ostseetag im Rostocker Stadthafen organisiert.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das Thünen-Institut für Ostseefischerei (TI-OF) und das Deutsche Meeresmuseum Stralsund (DMM) stellten den aktuellen Stand ihrer Forschungen vor. Die Besucher konnten an Podiumsdiskussionen der Wissenschaftler, Biologen sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft teilnehmen. „Wir würden diese Veranstaltung gerne regelmäßig anbieten, auch um unsere Erkenntnisse untereinander auszutauschen“, sagt Dr. Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts.

Neben der Theorie kam auch die Praxis nicht zu kurz. Am Kai hatten die Forschungsschiffe „Clupea“, „Elisabeth Mann-Borgese“ und die „Deneb“ zum Open Ship eingeladen. Hier staunten die Besucher über neueste Technik der einzelnen Forschungsabteilungen.

In Bezug auf den Zustand der Ostsee stellten die beteiligten Wissenschaftler fest, dass es durchaus Probleme gibt. Insbesondere die Zunahme von Mikroplastikpartikeln belastet das Binnenmeer in hohem Maße. Das sind Plastikteilchen unter einer Größe von 0,5 Millimetern, die unter anderem auch in Duschgel und Sonnencreme vorkommen und aus zerkleinerten Plastikteilen stammen. „Die Konsequenzen sind ein Fass ohne Boden und nicht absehbar“, warnt Prof Ulrich Bathmann vom IOW. Denn die Partikel bilden ein Substrat, das das Ökosystem in Gefahr bringt. Auch der Nährsalzeintrag in die Ostsee soll durch internationale und politische Bestimmungen zurückgegangen und bedenklich sein, so Bathmann. Neue Herausforderungen sind durch exotische Neutiere gegeben. Ob der Schweinswal-Bestand letztendlich durch die Offshore-Windparks zurückgehen wird, bleibt abzuwarten.

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