Prestigebau in Rostock : Industriebrache wird ab 2020 zum bunten Quartier

Begeistert über den Sieger-Entwurf der Wiener Architekten Michael Frischauf (l.) und Albert Wimmer (r.) sind Juryvorsitzende Prof. Beate Niemann und Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich.
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Begeistert über den Sieger-Entwurf der Wiener Architekten Michael Frischauf (l.) und Albert Wimmer (r.) sind Juryvorsitzende Prof. Beate Niemann und Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich.

Wiener Architekturbüro gewinnt den städtebaulichen Wettbewerb der Wiro zum Werftdreieck

svz.de von
05. März 2016, 08:00 Uhr

Grün, urban, generationsübergreifend und „ein großer Wurf“ – so bezeichnet Jury-Vorsitzende Prof. Beate Niemann den Sieger-Entwurf für die städtebauliche Gestaltung des Werft-dreiecks. Erst Mittwochabend hatte die Professorin für Städtebau an der Hochschule Wismar zusammen mit Fachkollegen aus 17 eingereichten Modellen für den anonymen und EU-weiten Wettbewerb den Gewinner gekürt – und das einstimmig, wie sie gestern erklärte.

Vier- bis siebengeschossige Wohnblöcke, Terrassen, kleine Gärten, Studentenwohnheim, Kita, Quartiersgaragen, Einzelhandel, Fahrradwerkstatt, Wiro-Kundencenter und als Herzstück und grüne Vene ein zweieinhalb Hektar großer öffentlicher Park – der Entwurf der Wiener Architekten Michael Frischauf und Albert Wimmer entfacht bei allen Beteiligten Begeisterung.


Geschichte des Areals wird wieder erlebbar


Vor allem deshalb, weil sie auch die Historie des Areals würdigen. So bleibt die Heinkel-Mauer nicht nur erhalten, sondern wird integriert. „Sie war ja schon immer eine Schauwand und das wird sie auch bleiben“, sagt Frischauf. Hinter der Mauer würde eine unabhängige Stahlkonstruktion geschaffen und durch Glas-Loggias mit dem angrenzenden Wohngebäude verbunden. „Das passiert in 4,50 Metern Höhe – darunter verläuft der Geh- und Radweg“, erklärt der Architekt. Auch der Kayenmühlengraben, der aktuell verrohrt ist und das Werftdreieck quert, wird gemäß des Sieger-Entwurfs renaturiert und fließt künftig offen zwischen den Gebäuden hindurch.

„Außerdem schaffen wir Platz für Industriedenkmäler, zum Beispiel für Teile des alten Möwe-Krans“, sagt Frischauf. Es ginge darum, eine historische Spurensuche erlebbar zu machen. Auch für die Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier. „Denn das ist nicht austauschbar, es steht nicht auf der grünen Wiese – im sogenannten Werftdreieck gibt es viel zu vielen historischen Bestand und Geschichte“, so der Architekt.

Wiro-Chef Ralf Zimlich würde am liebsten sofort mit dem Bau beginnen. „Der Entwurf spiegelt die Interessen der breit angelegten Bürgerbeteiligung wider – der Dialog mit den Bürgern hat sich gelohnt“, so Zimlich. Doch zunächst ginge es darum, einen Bebauungsplan zu erstellen und den Entwurf der Architekten in Baurecht umzusetzen. Christian Jentzsch, bei der Wiro für Projektentwicklung und -finanzierung zuständig, rechnet damit, dass die ersten Mieter ab 2020 einziehen könnten.

Die Gesamtkosten für das Projekt und etwaige Mietpreise sind derzeit nicht beziffert, da entscheidende Faktoren wie die Ergebnisse der Hochbau-Ausschreibungen noch fehlen. Das Werftdreieck soll in Abschnitten bebaut werden. Dem trägt auch der Wiener-Entwurf Rechnung, in dem die Blöcke wie in sich abgeschlossene Einheiten angeordnet sind – jede mit eigener Grünfläche, sodass die ersten Mieter nicht das Gefühl hätten, auf einer Baustelle zu wohnen.

Termin: Ab Montag, 12 Uhr, werden alle 17 eingereichten Entwürfe für zehn Tage im Rostocker Rathaus ausgestellt und sind dort zu den Öffnungszeiten zu sehen

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