zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 10:48 Uhr

In Würde zu Hause sterben

vom

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 07:46 Uhr

Rostock | In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Ansicht des Rostocker Mediziners Christian Junghanß noch weitere Teams für die ambulante Versorgung von sterbenskranken Patienten benötigt. Derzeit gebe es zehn solcher speziell ausgebildeten Palliativteams, aber noch immer weise die Landkarte des Flächenlandes weiße Flecken auf. Das sagte der Leiter des palliativmedizinischen Bereichs an der Universitätsklinik Rostock vor einem zweitägigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in der Hansestadt, zu dem rund 800 Teilnehmer erwartet werden.

Vor allem auf dem dünn besiedelten Land könne dem oft geäußerten Wunsch von Patienten nach Sterben in der vertrauten Häuslichkeit kaum nachgekommen werden. "Wir haben in der immer älter werdenden Gesellschaft die Aufgabe, die Palliativmedizin in die Fläche zu bekommen." Palliativmedizin wird dann angewandt, wenn eine weit fortgeschrittene lebensbegrenzende Erkrankung vorliegt.

Immer noch bestehe an speziell für die Palliativmedizin ausgebildeten Pflegekräften und Ärzten ein großer Mangel, sagt Junghanß. Deren Aufgabe sei es, die Hausärzte und die örtlichen Pflegekräfte bei ihrer schweren Aufgabe zu unterstützen. Diese Teams hätten das Wissen, wie Schmerzen bei Patienten mit zum sicheren Tod führenden Krankheiten gelindert werden können.

Positiv sei, dass Mediziner und die Gesellschaft das Sterben immer mehr als einen Teil des Lebens akzeptieren, so der Rostocker Professor. "Es ist eine Fehlannahme, dass ärztliche Kunst in der Heilung liegen muss." Es müsse aber noch viel besser gelernt werden, den Übergang vom Leben zum Tod zu gestalten. "Das ist eine urärztliche Tätigkeit, die wir leider für lange Zeit verloren haben."

Problematisch sei auch, dass immer noch Patienten trotz auswegloser Situation auf Intensivstationen sterben. "Bei den Hintergrundgeräuschen können die Angehörigen nicht würdevoll von den Patienten Abschied nehmen." In der Rostocker Universitätsklinik würde schon ein Viertel aller Sterbefälle in den zwei Palliativstationen registriert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen