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24. November 2017 | 08:44 Uhr

In Rostock wird das Blut knapp

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2012 | 07:36 Uhr

Rostock | Das Vorzimmer ist leer, die Krankenschwestern warten, erledigen, was sonst liegen bleibt. Doch Spender zu betreuen, wäre ihnen lieber. Denn was sie zu geben haben, kann nirgendwo künstlich erzeugt werden: Blut. Und das wird in Rostock knapp.

Einen typischen Einbruch im Sommer gebe es immer, sagt die Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Silke Hufen. In diesem Jahr sei es aber besonders schlimm. Doch nur weil die Rostocker im Urlaub sind, die Studenten und die Berufsschüler in den Ferien, sei die Nachfrage nicht geringer.

"Die medizinischen Aspekte unterliegen kaum Schwankungen. Im Gegenteil sind die Unfallzahlen sogar erhöht", sagt Hufen. "Es sind also sogar mehr, die Blut brauchen." In erster Linie seien diese Patienten an Krebs Erkrankte. Da eine Chemotherapie das Knochenmark angreift, ist auch die eigene Produktion der roten Blutkörperchen eingeschränkt. "Blut ist hier wie ein Medikament", sagt Hufen. Blutkonserven kriegen auch Herz-Kreislauf-Patienten, Patienten mit Erkrankungen am Magen-Darm-Trakt und erst in vierter Linie Unfallopfer. 450 Blutspenden werden täglich in MV gebraucht, sagt Hufen. Zurzeit kämen nur ungefähr 250 rein. "Die Blutspendedienste helfen sich gegenseitig. Bisher musste noch keine Operation abgesagt werden", sagt Hufen, aber sie sei besorgt. Im Kühllager sind die Regale licht. "Die müssten eigentlich gut voll sein", sagt Krankenschwester Mandy Mönk. Es sei schwierig zurzeit.

Potenzielle Spender wie Swen Wetzel können diese Situation ändern. Der 36-Jährige muss aber noch ein wenig warten. Er hat sich frisch tätowieren lassen. Der Schutz der Spender gehe immer vor, sagt Hufen. Die müssen mindestens 18 Jahre alt sein, mehr als 50 Kilogramm wiegen und sollten sich am Tag der Spende gesund fühlen. Ob sie es sind, stelle eine Untersuchung fest. Auch die ist für Wetzel ein Grund zur Spende. "Es ist eine Gesundheitskontrolle für mich und hilft auch anderen", sagt er.

Nach einer Spende wird das Blut in rote Blutkörperchen, Plasma und Thrombozyten aufgespalten. Das eigentliche Blut hat dabei nur eine Haltbarkeit von 42 Tagen. Aber gerade wird es ohnehin umgehend an die Ärzte weitervermittelt.

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