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Wuchernde Pflanzen behindern Durchkommen auf Wegen : In Rostock tobt ein Hecken-Streit

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Gerade in Vierteln mit vielen Einfamilienhäusern kennen die Einwohner das Problem: Hecken oder Bäume ragen in den Gehweg und behindern so das Durchkommen. Für Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Gehhilfen, aber auch andere Passanten wird es eng.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 10:41 Uhr

Rostock | Gerade in Vierteln mit vielen Einfamilienhäusern kennen die Einwohner das Problem: Hecken oder Bäume ragen in den Gehweg und behindern so das Durchkommen. Für Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Gehhilfen, aber auch andere Passanten wird es eng. Betroffen sind nicht nur die Gartenstadt, Brinckmansdorf, Gehlsdorf und Biestow, sondern auch viele andere Viertel.

Armin Zimmermann (Linke), Ortsbeiratsvorsitzender aus der Gartenstadt, sieht darin ein Problem: Es seien zwar nicht viele Fälle, „vielleicht in jeder Straße einer“, aber die wuchernden Hecken, Büsche oder Bäume störten die Anwohner. In der Gartenstadt seien die Bordsteine sehr schmal und auf die Fahrbahn auszuweichen, sei keine Alternative. Gerade in der Dämmerung und damit verstärkt in den dunkleren Jahreszeiten sei das sogar gefährlich. Doch darüber, wer die Hauseigentümer ansprechen und zum Rückschnitt auffordern darf, herrscht bei den Bürgern Unklarheit.

„Das ist eine Frage der Verkehrssicherheit“, sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamts. Damit fällt das Thema in seinen Aufgabenbereich. Täglich seien bis zu fünf Ordnungskräfte von der Straßenaufsicht im gesamten Stadtgebiet unterwegs, erklärt der Amtsleiter. Allerdings sind die Straßen, ähnlich wie beim Winterdienst, nach Relevanz geordnet. Neben Schlaglöchern und ramponierten Gehwegen achten seine Mitarbeiter darauf, ob Geh-, Radwege oder Straßen zugewachsen sind, sodass sie die Passanten mit Gehhilfen oder Kinderwagen, Radfahrer oder auch Fahrzeuge behindern. Die Pflanzen dürfen die Grundstücksgrenzen nicht überschreiten. Eine Satzung im klassischen Sinne gibt es zwar nicht, aber Verkehrsrecht, Grundstücks- und Eigentumsrecht greifen, erklärt Tiburtius.

Wenn etwa ein Gehweg zugewachsen ist, dokumentiert die Straßenverwaltung das mit einem Foto und schreibt den Eigentümer an. „Wenn es sich um Büsche oder Bäume handelt, fordern wir zu Rückschnitten auf“, so Tiburtius. Werde das nicht akzeptiert, könne der Schriftverkehr schon intensiver ausfallen, erzählt er. Wer der Aufforderung in der gesetzten Frist von meist vier Wochen, je nach Einschränkung des Wegs, nicht nachkommt, muss mit einer Strafe rechnen. Das Amt kann Firmen für den Rückschnitt beauftragen und die entstandenen Kosten dem Verursacher in Rechnung stellen.

„Darüber hinaus gibt es sehr intensiv Mitteilungen von Anwohnern, Fußgängern und Radfahrern.“ Ein- bis dreimal die Woche gingen solche im Amt ein. Sie werden dann bevorzugt kontrolliert. Nicht selten sind darunter klassische Nachbarschaftsstreitigkeiten. Solche Zwistigkeiten seien in der Gartenstadt selten, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Zimmermann. Die Leute würden ihren Nachbarn nicht zu nahe treten wollen, aber eben auch vernünftig durch ihre Straßen kommen wollen. Und schließlich sei die Lösung des Problems durch solche Kontrollen eben auch Aufgabe der Stadt. Nur warum es dafür keine Satzung gibt, wenn sogar eine für Bäume besteht, kann Zimmermann nicht nachvollziehen. Für vieles gebe es penible Regeln, nur für die Verkehrssicherheit treffe das hier nicht zu.

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