Im zehnten Jahr das zehnte Schiff

Bei einer Hafenrundfahrt im  Blickfeld:  das Neptun-Dock  mit dem 2009 gebauten Flusskreuzer 'Arosa Aqua' Reiner Frank
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Bei einer Hafenrundfahrt im Blickfeld: das Neptun-Dock mit dem 2009 gebauten Flusskreuzer "Arosa Aqua" Reiner Frank

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11. Oktober 2011, 06:25 Uhr

Rostock | Im zehnten Jahr ihres Bestehens erweitert die Arosa Flussschiff GmbH Rostock ihre Flotte um ein zehntes Schiff. Anfang November wird auf der Neptun-Werft die "Arosa Silva", ein Zweieinhalb-Decker, auf Kiel gelegt. Sie wird von Frankfurt auf längere Reisen bis ins Schwarze Meer gehen und erstmals auch über Balkon-Suiten verfügen. Die heimische Reederei wurde erst jüngst auf der Messe Seatrade Europe in Hamburg mit dem Deutschen Kreuzfahrtpreis 2012 in der Kategorie Flusskreuzfahrten ausgezeichnet, weil es der Reederei gelungen sei, den Kreuzfahrtmarkt für ein jüngeres Klientel weiter zu öffnen, hieß es in der Begründung. Die bevorstehende Kiellegung ist Anlass, einige Etappen der Entwicklung dieses Rostocker Unternehmens anhand seines Flottenausbaus nachzuzeichnen.

Mit "Bella" und "Donna" fing es 2002 an

"Neptun baut Flusskreuzer" hieß es im November 2000 in den NNN, als der Vertrag über den Bau der ersten beiden Binnenfahrgastschiffe zwischen dem damaligen DSR-Unternehmen Seetours und der Neptun-Werft gezeichnet wurde. Ein halbes Jahr später waren die "Arosa Bella" und "Arosa Donna" im Bau und im Juni 2002 war es dann so weit. Die beiden 124,50 Meter langen, im März und April von der Werft fertiggestellten Flusskreuzer starteten zu ihrer ersten Donau-Reise von Passau nach Budapest. Das war ein wenig verspätet, denn stürmische Winde in der Biskaya hatten die Überführung des Schleppzuges von Rostock um einige Wochen verzögert. Um dem aus dem Weg zu gehen, ging der dritte Neubau, die "Arosa Mia", im März 2003 auf dem holländischen Spezialschiff "Swan" im Huckepack via Constanta und von dort auf der Donau mit eigener Kraft weiter. 2004 folgte so die "Arosa Riva".

Per Huckepack geht es nach Frankreich

Beim Ein- und Ausschwimmen der speziellen Fracht war Präzisionsarbeit von Nöten. Das wurde auch bei den für Frankreichs Flüsse Rhône und Sôane konzipierten Schiffen "Arosa Luna" und "Arosa Stella" deutlich, die für das spezielle Fahrtgebiet mit diversen Schleusen um drei Meter schmaler ausgelegt im April 2005 übergeben wurden. Als die Kreuzer im nahe von Marseille gelegenen Hafen Fos sur Mer von Bord des Dockschiffes sollten, erwies sich die "Swan" plötzlich als instabil. Ein Tank reagierte beim Abpumpen nicht richtig und das Dockschiff geriet in gefährliche Schieflage. Zum Glück kam alles wieder ins Lot und auch diese Flusskreuzer schadensfrei ins Wasser. Sie konnten in Lyon ihre Reisen plangemäß Richtung Norden und Süden beginnen.

Dem Sextett folgte weiterer Zuwachs mit der "Arosa Aqua" und "Arosa Viva", die für das Fahrtgebiet Rhein, Main und Mosel konzipiert wurden. Die jeweils zur Saison 2009 und 2010 in Dienst gestellten kanalgängigen Schiffe, über Ostsee, Nord-Ostsee-Kanal und Ijsselmeer zum Einsatzort mit eigener Kraft überführt, waren noch zehn Meter länger als das Donau-Quartett und erhielten die Breite der Rhône-Kreuzer. Sie sind somit flexibel einsetzbar und können praktisch von Amsterdam bis zum Donaudelta fahren. Besonders das Fahrtgebiet Rhein aber war gefragt.

2009 nabelte sich die Arosa Flussschiff GmbH von der DSR-Tochter Arkona ab und wurde eigenständig. Neben der holländischen Waterland Private Equite aus Düsseldorf, die das Gros der Anteile hält, gingen die beiden Geschäftsführer Lars M. Clasen und Markus Zoepke als Gesellschafter mit ins Boot. Die Reederei hatte sich nach eigener Aussage damit eine gute Basis für ihre Ausbaupläne geschaffen.

Ein weiteres Rheinschiff, die "Arosa Brava", kam so folgerichtig im März 2011 in Fahrt und steuert seit April vom neuen Basishafen Frankfurt/Main unter anderem Basel und Straßburg an. Im Kreuzfahrt-Guide 2011 heißt es dazu: "Im Namen der Rose erobert dieses Trio (gemeint sind "Arosa Aqua", "Arosa Viva" und "Arosa Brava") für die erfolgsverwöhnte Rostocker Reederei den Rhein und seine Nebenflüsse mit einer Programmvielfalt, die ihresgleichen sucht." Die Kritiker gaben dafür mit sechs Ankern den Schiffen die Bestnote, loben aber auch das Design der Kabinen, den Service, die Gastronomie und das Flair von Weinwirtschaft, Marktrestaurant, Whirlpool sowie weiterer Einrichtungen an Bord. Nun folgt für das Rostocker Unternehmen der zehnte Neubau, der - wie alle Vorgänger - auf der Neptun-Werft entsteht, für die der Bau von Flusskreuzfahrtschiffen eine der Schwerpunktaufgaben darstellt.

Weiterer Zweieinhalb-Decker für 2013 geordert

Mit ihrem Schwesterunternehmen, der Meyer-Werft in Papenburg, verfügt Neptun über umfangreiche Erfahrung, Know-how und besondere Techniken beim Bau dieser Schiffstypen. Bislang wurden hier 16 Flusskreuzer gefertigt, so auch sechs so genannte Twin-Cruiser für Premicon und ein Viking-Kreuzer. Im Orderbuch stehen für 2012 und 2013 weitere acht Schiffe für Viking River Cruises (zwei sind gerade im Dock) sowie für 2013 auch ein weiterer Zweieinhalb-Decker für Arosa, dessen Namen bei der Kiellegung der "Arosa Silva" publik gemacht werden soll.

Die Arosa Flussschiff GmbH, die auf ihren Schiffen 450 Mitarbeiter und über 50 Mitarbeiter an Land beschäftigt, ist also weiter auf Expansionskurs. Sitz der Reederei sind Rostock und Chur in der Schweiz. Von Chur erfolgt der operative und der Personaleinsatz, in Rostock - hier zogen die Mitarbeiter gerade von der Silo- zur Holzhalbinsel um - arbeiten Vertrieb und Marketing sowie das Arosa-Service-Center.

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