Stadtmission : Im Nachtasyl bekommt jeder ein warmes Bett

Einrichtungsleiter Hartwig Vogt: Ein Bett, Tee und Beratungsangebote für jeden Obdachlosen, der Hilfe braucht.
Einrichtungsleiter Hartwig Vogt: Ein Bett, Tee und Beratungsangebote für jeden Obdachlosen, der Hilfe braucht.

Todesfälle durch Erfrieren sind vermeidbar: Rostocker Stadtmission bittet Bevölkerung um Mithilfe

svz.de von
03. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Seit einigen Tagen wird Rostock von einer eisigen Kältewelle heimgesucht. Für Obdachlose können die Minusgrade schnell lebensbedrohlich werden. Zwar muss in Rostock niemand den Kältetod erleiden – aber doch hat es in den vergangenen zwei Jahren in der Hansestadt mehrere Fälle gegeben. Damit sich die vermeidbaren Todesfälle in diesem Winter nicht wiederholen, bietet die Rostocker Stadtmission bedürftigen Menschen ihre Hilfe an. Im Nachtasyl am Güterbahnhof stehen Obdachlosen 25 Betten zur Verfügung. „Niemand wird abgewiesen“, sagt Hartwig Vogt (53), Leiter vom integrativen Betreuungszentrum der Diakonie.

Jede Nacht von 18 bis 7 Uhr ist das Asyl geöffnet. Drei Mitarbeiter sorgen dafür, dass alle Hilfebedürftigen ein warmes Bett bekommen. Toiletten und Duschen sowie eine Waschmaschine und ein Trockner stehen den Obdachlosen zur Verfügung. „Im Ernstfall, wenn jemand ausgehungert ist, bieten wir auch eine Notverpflegung an“, so Vogt. Ansonsten bekommt jeder Hilfesuchende Tee und die Gelegenheit für ein Beratungsgespräch. „Aufgrund der Witterungsverhältnisse sind wir derzeit gut besucht, aber es sind noch Plätze frei“, ergänzt er. In den vergangenen acht Jahren sei die Notunterkunft nicht an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen. Sollte dies doch einmal eintreten, gibt es weitere Übernachtungsmöglichkeiten im Hawermannweg. Vogt: „Grundsätzlich ist das Nachtasyl keine Dauerlösung.“ Ziel sei es, die Betroffenen in betreute Wohneinrichtungen zu vermitteln, sie wieder an ein normales Leben heranzuführen.

Aufgrund von psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen lasse sich nicht jeder helfen. Viele Obdachlose nutzten lieber das nächtliche Asyl oder blieben auf der Straße. Damit diesen Menschen im Winter nichts zustößt, bittet Rolf Gauck von der Rostocker Stadtmission um Mithilfe der Bevölkerung: „Sobald Sie jemand Bedürftiges auffinden der nachts auf einer Bank oder im Park schläft, sollten Sie sich direkt an die Polizei oder die medizinische Nothilfe wenden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen