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HähnchenMast-Gegner : „Im Ernstfall werden wir klagen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bürgerinitiative kämpft weiter gegen geplante Massenhaltung in Broderstorf / Seit zwei Jahren gibt es Streit mit dem Investor

von
erstellt am 15.Mai.2015 | 10:00 Uhr

Der Streit um die geplante Hähnchenmastanlage im Broderstorfer Ortsteil Fienstorf geht weiter: Zum zweijährigen Bestehen gibt sich die gegründete Bürgerinitiative (BI) Pro Vita – fürs Leben weiter kämpferisch, den Bau der Anlage vor den Toren Rostocks zu verhindern. „Sollte der Investor grünes Licht bekommen, werden wir im Ernstfall dagegen klagen“, sagt Pro Vita- Vorsitzende Eva Maria Leonhard.

Rückblick: Der Broderstorfer Landwirt und Investor Jan-Hinrich Kühl plant in Fienstorf die Errichtung einer Hähnchenmastanlage für 180 000 Tiere pro Mastdurchgang. So würden dort innerhalb eines Jahres mehr als 1,4 Millionen Hähnchen heranwachsen. Eine Vorstellung, mit der sich die Bürgerinitiative nicht anfreunden will. „Unser Ziel bleibt es, den Bau der Anlage zu verhindern“, sagt Arne Mengel, Mitglied der Bürgerinitiative. Seine Bedenken richten sich vor allem gegen die Massentierhaltung. Auch das ausgewiesene Vorbehaltsgebiet für Trinkwasser, welches sich in unmittelbarer Nähe zum geplanten Standort befindet, sieht Mengel langfristig gefährdet. „Zudem ist die Erschließung bis heute nicht geregelt. Dies gilt im Übrigen auch für die vor drei Jahren durch den gleichen Investor fertig gestellte Biogasanlage in Broderstorf“, bemängelt Udo Cimutta von der Initiative. Die gesamte Verkehrs- und Straßenproblematik müsse geregelt werden. Bis dato sei die Straße, ein asphaltierter Feldweg, lediglich für Fahrzeuge bis zehn Tonnen ausgelegt. Ein Ausbau sei demnach dringend notwendig. „Wir sind vor allem von den Behörden des Landes enttäuscht. Da fragt man sich manchmal, wozu es eigentlich Gesetze und Vorschriften gibt“, bringt Udo Cimutta seine Erfahrungen auf den Punkt.

Die Angst der Hähnchenmast-Gegner: die sukzessive Vergrößerung der Anlage nach dem genehmigten Bau für 180 000 Tiere. „Eine uns erst seit Kurzem vorliegende Machbarkeitsstudie des Investors aus dem Jahr 2009 spricht von rund 320 000 Tierplätzen. Warum sollte jemand so eine Studie erst in Auftrag geben und sich dann mit 180 000 Tieren, also der Hälfte der ursprünglich geplanten Größe, zufrieden geben?“, fragt Eva Maria Leonhard.

Derweil läuft das Bau-Genehmigungsverfahren des Investors Jan-Hinrich Kühl weiter. Wann genau die Behörden ihre Entscheidung für oder gegen die Errichtung der Hähnchenmastanlage in Fienstorf fällen, ist derzeit noch nicht absehbar.

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