Plattdütsch-Bäukerdag : Im Botanischen Garten wird niederdeutsch gesnackt

Für seine Verdienste um die plattdeutsche Sprache überreichten Fritz Reuter alias Klaus Kronke (l.) und Werner Brinckmann (r.) Wolfgang Mahnke den Unkel-Bräsig-Preis.
Für seine Verdienste um die plattdeutsche Sprache überreichten Fritz Reuter alias Klaus Kronke (l.) und Werner Brinckmann (r.) Wolfgang Mahnke den Unkel-Bräsig-Preis.

Unkel-Bräsig-Preis beim 3. Plattdütsch-Bäukerdag verliehen. Das Land ermöglicht Abitur auf Platt.

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06. Juni 2016, 05:00 Uhr

Um die Verdienste niederdeutscher Autoren für den Erhalt der plattdeutschen Sprache zu würdigen, ist gestern im Botanischen Garten beim 3. Plattdütsch-Bäukerdag zum zweiten Mal der Unkel-Bräsig-Preis verliehen worden. „In diesem Jahr honoriert die Jury die Arbeit von Wolfgang Mahnke“, sagt Werner Brinckmann, der zusammen mit dem Plattdütsch-Verein Klönsnack-Rostocker 7, dem Botanischen Garten sowie dem Freundeskreis Botanischer Garten diese Veranstaltung organisiert hat. Die zehnköpfige Jury, bestehend aus Organisatoren, ehrt damit die Leistungen des 79-jährigen Rostockers, der im Laufe der Jahre neun Bücher in plattdeutscher Sprache geschrieben und über 900 Lesungen in MV, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gegeben hat.

„Ich freue mich sehr über den Preis und bin völlig überrascht“, sagte Mahnke bei der Preisverleihung. Wie die anderen sechs Nominierten und die Besucher auch, erfuhr der 79-Jährige erst mit der Verkündung, dass er nach Klaus-Jürgen Schlettwein im vergangenen Jahr der zweite Preisträger wird. „Der bekommt bei mir einen Ehrenplatz, direkt neben meiner Urkunde vom Fritz-Reuter-Literaturpreis“, freute sich der Rostocker, dessen neues Buch „Wat is wenn?“ im August im Hinstorff-Verlag erscheint.

Der Plattdütsch-Bäukerdag bot den Besuchern die Möglichkeit, sich über aktuelle Literatur aus dem Programm der elf größten norddeutschen Verlage für plattdeusche Literatur zu informieren, in schattigen Plätzen unter den Bäumen Lesungen zu lauschen und sich an einem bunten Programm zu erfreuen. „Wir erwarten zwischen 800 und 1000 Besucher zum Bäukerdag im Botanischen Garten“, prognostiziert Brinckmann. Denn zwischen 10 und 18 Uhr gab es einige Premieren. „Klaus-Jürgen Schlettwein liest aus seinem neuen Buch ,Lachen mit Schletti 2’ und Wolfgang Mahnke trägt ebenfalls Passagen aus seinem neuesten Werk vor“, so der Organisator.

Für Werner Brinckmann ist dieser Tag auch so wichtig, weil Plattdeutsch als Muttersprache von Mathias Brodkorb (SPD) gewürdigt wurde. Der Bildungsminister ist Schirmherr des Bäukerdags und verriet, dass Schüler an sechs Gymnasien und Grundschulen in MV künftig das Abitur auch auf Plattdeutsch ablegen können. „Ich freue mich sehr über das Interesse der Schulen an der niederdeutschen Sprache“, so Brodkorb. „Nun können alle Schulen, die ihr Interesse angemeldet hatten, auch ein Abitur auf Plattdeutsch anbieten.“ Neben dem Recknitz Campus in Laage wird das Plattdeutsche-Abi in Wismar, Dömitz, Crivitz, Stavenhagen und Demmin angeboten. Dafür will das Land jährlich insgesamt 450 000 Euro bereitstellen. „Das Angebot ist wichtig, um die niederdeutsche Sprache an die junge Generation weiterzugeben“, so Brodkorb.

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