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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 15:33 Uhr

Warnemünde : Illegale Herbergen sollen früher weg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Grüne, Linke und SPD fordern Rückbau nicht genehmigter Ferienwohnungen schon in zwei Jahren statt in sechs. Bauausschuss stimmt zu. #wirkoennenrichtig

Um die Bewohner zu schützen und den massiven Wildwuchs von Ferienwohnungen im Ostseebad einzudämmen, hat die Stadtverwaltung einen Beschluss zur Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans vorgelegt. Darin enthalten sein soll neben der Sicherung des Gleichgewichts zwischen Ferien- und Dauerwohnungen auch die Rückumwandlung illegaler Urlaubsherbergen. Die sollen jetzt sogar noch früher verschwinden müssen, als bisher von der Stadt angedacht. In einem Änderungsantrag fordern die Fraktionen Grüne, Linke und SPD, den Rückbau nicht genehmigter Ferienwohnungen schon innerhalb von zwei Jahren statt wie von der Stadt gefordert in sechs. In Härtefallen solle die Frist um weitere zwei Jahre verlängert werden können.

„Dieser Änderungsantrag muss abgelehnt werden“, sagt der Bauausschussvorsitzende Frank Giesen (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Zum einen ist nicht klar definiert, was Härtefälle sind, außerdem müssen die betroffenen Leute die Zeit bekommen, sich an den Beschluss zu halten und umzubauen“, so Giesen. Zudem hätten einige Darlehen aufgenommen, die es abzuzahlen gelte – mittels Einnahmen, die dann fehlen würden. Sein Ausschuss hat dem Antrag dennoch zugestimmt.

Ganz ähnlich sah das Problem bereits im Dezember der Ortsbeirat des Ostseebads. „Wir wollen nicht noch mehr Ferienwohnungen, aber Bestandsschutz muss auch ein Thema sein, gerade für diejenigen, die alle Jahre offiziell vermietet und Kurabgaben sowie Steuern gezahlt haben“, fasste der Vorsitzende Alexander Prechtel (CDU) zusammen.

Im Dezember 2016 waren laut Stadtplanerin Uta Janssen von den 4800 Wohnungen in Warnemünde offiziell 1044 als Ferienbehausungen bekannt. Die Dunkelziffer liege allerdings höher, so die Planerin. Etwa ein Viertel aller Wohnungen im Ostseebad würden für Gäste genutzt.

Die neue Beschlussvorlage soll sich in das bereits 2011 von der Bürgerschaft geforderte Strukturkonzept Warnemünde einordnen, das den Schutz des Wohnens vor Umwandlung in Feriendomizile vorsieht. Über die Erstellung eines entsprechenden B-Plans und den Rückbau illegaler Ferienwohnungen entscheidet die Bürgerschaft am Mittwoch.

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