Rostock : IHK-Chef schmeißt hin

Tritt ab: Andreas Sturmowski Foto: dpa
Tritt ab: Andreas Sturmowski Foto: dpa

IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Sturmowski hat gestern mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt. Grund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue.

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06. Mai 2013, 06:46 Uhr

Rostock | Chaos bei der Rostocker Industrie- und Handelskammer (IHK): Hauptgeschäftsführer Andreas Sturmowski hat gestern mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt. Grund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue. Mitte April war bei ihr eine anonyme Anzeige eingegangen, in der dem 59-Jährigen unter anderem die private Nutzung von Kredit- und Tankkarten der IHK vorgeworfen wird. Daraufhin waren mehrere Objekte durchsucht und Akten beschlagnahmt worden. "Unsere Ermittlungen dauern noch an", sagt Holger Schütt, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft.

Der jetzt Ex-Hauptgeschäftsführer hatte noch Ende April die Anschuldigungen gegen seine Person vehement bestritten und einen Großteil als widerlegt betrachtet. Mit seinem Rücktritt überraschte er daher auch die IHK, die für gestern Abend eine Mitgliederversammlung einberufen hatte. Diese sollte sich mit dem weiteren Vorgehen in dem Fall befassen, wurde aber nach der Rücktrittsankündigung abgesagt. Das Präsidium hatte den Hauptgeschäftsführer Ende April für die Dauer der Ermittlungen - auch der eigenen Rechnungsprüfungsstelle - beurlaubt, gleichzeitig aber die Unschuldsvermutung betont.

Der Auflösungsvertrag ist bereits unterschrieben, so IHK-Sprecherin Sabine Zinzgraf. Über dessen Details sei allerdings beiderseitiges Stillschweigen vereinbart worden. "Sturmowski hat sich zu diesem Schritt entschlossen, damit die IHK sich wieder reibungslos ihren Aufgaben zuwenden kann. Eine Fortsetzung des Dienstverhältnisses würde dies erschweren", sagt Zinzgraf. Der 59-Jährige wolle weiteren Schaden von der IHK und seiner eigenen Person abwenden. Bis ein neuer Kandidat für den Posten gefunden ist, soll Sturmowskis bisheriger Stellvertreter Jens Rademacher die Geschäfte weiterführen. Wann eine Neuwahl des Nachfolgers erfolgen soll und wer dafür überhaupt in Frage kommt, steht noch nicht fest.

Sturmowski hatte sein Amt erst im Januar 2012 angetreten. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen Leitungsfunktionen für große Verkehrsbetriebe, Luftfahrtunternehmen und Flughafengesellschaften tätig. Nach Rostock wechselte er, nachdem sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) überraschend nicht vom Aufsichtsrat verlängert worden war. Auch damals soll es Unstimmigkeiten mit den Finanzen gegeben haben.

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