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22. Oktober 2017 | 19:45 Uhr

IGA-Park wächst über sich hinaus

vom

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 07:44 Uhr

Rostock | Mit dem neuen Entwicklungskonzept für die weitere Nutzung des IGA-Parks und Schifffahrtsmuseums hat sich der IGA-Park-Aufsichtsrat viel vorgenommen. Für insgesamt 18 Millionen Euro soll der Park umgebaut werden, ein Museumsneubau entstehen und die Besucherzahlen mindestens verdreifacht werden. Angedacht sind auch Durchfahrtswege für Fahrradfahrer. Zudem soll eine effiziente Verkehrsanbindung mit Bussen und Fähren wieder eingrichtet werden. Die Pläne zur Umgestaltung wurden einstimmig vom Vorstand angenommen. Der nächste Schritt steht in der Bürgerschaft an, wenn das Entwicklungskonzept als Beschlussvorlage vorgestellt werden soll. "Nun müssen wir zunächst die Finanzierungsmöglichkeiten prüfen und ob eventuell Fördermittel eingeworben werden können", sagt IGA-Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU).

Überraschend am neuen Konzept ist, dass das Eintrittsgeld für den Park doch beibehalten werden soll. Noch im Juli hieß es von Seiten des Planungsteams, dass der Park künftig frei zugänglich sein soll. "Wir haben uns dafür entschieden, dass die Einzäunung beibehalten werden soll, also auch das Eintrittsgeld von einem Euro", so Jens weiter. Hinzu käme ein zusätzliche Einzäunung um den Museumsgarten, da dort höhere Eintrittsgelder geltern werden. Man wolle aber dennoch den Volksparkcharakter beibehalten und die Tore nur zu den Nachtzeiten schließen. Eine Bevölkerungsbefragung hätte zudem ergeben, dass 80 Prozent der Menschen keine Hunde im Park wünschen.

Museumsneubau soll über Senkgärten schweben

Dass ein Neubau für das Schifffahrtsmuseum nötig ist, darüber ist sich das Planungsteam aus Landschaftsarchitekten, Architekten und Marketingexperten einig. Sie stellen sich ein futuristisches über den Senkgärten schwebendes Gebäude vor, das Parkanlage und Traditionsschiff miteinander verbinden soll. Zudem ist in den Entwürfen auch ein 60 Meter hoher Aussichtsturm geplant. Das Traditionsschiff soll so weit wie möglich in den Originalzustand zurückgesetzt werden und mit einer Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern als Handelsschiff aus den 1950-er und 1960-er Jahren erlebbar sein. Im Neubau sollen sich auf weiteren 1400 Quadratmetern die Themen in Wechselausstellungen auf den Überseehafen fokussieren. Andreas Runze von der Agentur Runze & Casper formuliert die Ziele für den IGA-Park: "Wir wollen die Besucherzahlen erhöhen, ein langfristiges Konzept erstellen und vor allem die Unterhaltskosten durch Bezuschussungen der Stadt Rostock für den Park senken." Auch ein potenzieller Name für das Projekt sei schon gefunden: Schiffsgarten Rostock. Zudem sei der Standort durch den Blick auf das reale Hafenleben in Richtung Überseehafen ideal für ein Schifffahrtsmuseum.

Das bekräftigt auch Jens: "Die Bestrebungen einzelner Persönlichkeiten, das Traditionsschiff in den Stadthafen zu holen, sind für das neue Konzept nicht entscheidend. Das Schiff bleibt hier." Hintergrund ist ein drei Jahre altes Bürgerbegehren, das Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) der Bürgerschaft vorlegen wollte, um eine Verholung des Traditionsschiffes in den Stadthafen zu veranlassen. "Die Entscheidung für den Standort Schmarl ist schon 2011 in der Bürgerschaft gefallen, ist rechtens und unterliegt unveränderlich der Fördermittelbindung", so Jens weiter. Die Besucher seien zudem heutzutage nicht mehr mit Ausstellungsstücken in Vitrinen abzuspeisen. Sie wollten etwas erleben und dafür brauche man ein entsprechend großes Gelände. Auf diesem sind neben dem Museum auch eine Wasserski- und Kitesurf-Anlage geplant. Architekt Phil Petersen unterstreicht, dass ein Neubau für die Weiternutzung des Areals zwingend notwendig ist: "Erst mit einem Neubau können der IGA-Park und das Schifffahrtsmuseum nicht nur überrregional sondern auch international wahrgenommen werden."

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