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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 14:25 Uhr

Rostock : IGA-Gesellschaft steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stimmt nach dem Hauptausschuss gestern auch die Bürgerschaft der Auflösung zu, werden Aufgaben und Personal auf Ämter verteilt

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 08:30 Uhr

Aus für die IGA GmbH: Gestern hat der Hauptausschuss mehrheitlich der Auflösung der Gesellschaft zugestimmt. Künftig sollen sämtliche Aufgaben wie die Pflanzenpflege, die Organisation von Veranstaltungen oder die Betreuung des Schifffahrtsmuseums von den städtischen Ämtern übernommen werden. Dafür sollen auch das Personal und der 2,1-Millionen-Euro-Zuschuss der bisherigen Gesellschaft auf sie aufgeteilt werden. Die Bürgerschaft muss allerdings noch zustimmen, sie tagt am 25. Februar.

Mit der Entscheidung folgte der Hauptausschuss der Empfehlung eines Gutachtens der Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding (RVV). Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung und städtischen Unternehmen war zu dem gleichen Ergebnis gekommen: „Wir sind uns einig, dass die Auflösung der GmbH zwingende Voraussetzung für die Weiterentwicklung des IGA-Geländes ist“, sagt Chris Müller (SPD), der die Arbeitsgruppe als Finanzsenator geleitet hatte. Bislang bestehende Parallelstrukturen würden wegfallen, Synergieeffekte sogar Kosteneinsparungen ermöglichen. Und das, obwohl die 21 IGA-Mitarbeiter in den Ämtern besser bezahlt werden, die Ausgabenseite sich also erhöht.

Karina Jens (CDU), Vorsitzende des IGA-Aufsichtsrats, kritisiert: „Die Auflösung der Gesellschaft ist der Einstieg zum Ausstieg aus dem Entwicklungskonzept.“ Diesem zufolge sollte unter Einbeziehung des Traditionsschiffes ein modernes maritimes Museum inklusive Neubau an Land entstehen. Für die gesamte Aufwertung des Parks werden 20 Millionen Euro veranschlagt. Geld, das Senator Müller zufolge weder die Stadt noch das Land über Fördermittel bereit seien, auszugeben: „Wir haben mit den Ministerien Gespräche geführt.“ Nun soll eine um Bürgerschafts- und Ortsbeiratsmitglieder erweiterte Arbeitsgruppe die inhaltliche und wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben.

Aus Sicht von Karina Jens ist das überflüssig. „Ich sehe gar keinen Grund für eine Auflösung“, sagt sie und verweist auf Einnahmen der Gesellschaft in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro sowie Einsparungen durch die Berechtigung zum Vorsteuerabzug in Höhe von 100 000 Euro. RVV-Chef Jochen Bruhn hält dagegen: „Die Einnahmen sind beim Zuschuss schon abgerechnet.“ Und die Steuervorteile würden sich in Unternehmen wie der Messe- und Stadthallengesellschaft ebenfalls ergeben.

„Unser Ansinnen ist es nicht, Aufgaben zu kürzen, sondern sie besser und effizienter zu erledigen“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Die GmbH in ihrer jetzigen Form sei strukturbedingt schlicht nicht leistungsfähig, stellt auch Ex-Interimsgeschäftsführerin Ilka Müller fest: „Sie ist mit zu wenig Kapital und Personal ausgestattet und die Aufgabenvielfalt ist zu komplex.“

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